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DIE TEDDY AWARD PREISTRÄGER*INNEN 2021

Der Moment, auf den wir alle gewartet haben, ist endlich da! Die TEDDY Jury hat die Gewinner*innen des diesjährigen TEDDY Awards gekürt! Wir freuen uns sehr, die frischgebackenen, preisgekrönten Filme zu verkünden, Und für alle die den Livestream verpasst haben, gibt es die Preisverleihung hier als Video on Demand

BEST FEATURE LENGTH FILM

MIGUEL’S WAR, Regie: Eliane Raheb, Libanon / Deutschland / Spanien, 2021

TEDDY AWARD CEREMONY, Winner FEATURE LENGTH FILM, MIGUEL'S WAR, Director: Eliane Raheb, Foto: Brigitter Dummer
Winner BEST FEATURE LENGTH FILM, „MIGUEL’S WAR“, Director: Eliane Raheb, Foto: Brigitter Dummer

Begründung der Jury: Diese kreative Dokumentation behandelt die Geschichte eines schwulen Mannes, Miguel, der in den 80ern vom Lebanon ins Exil nach Spanien geht. Der starke emotionale Ton des Filmes entsteht aus des Zusammenspiels von sowohl der schärfe der Filmemacherin als auch der Echtheit des Protagonisten. Der großartige Schnitt, bestehend aus vielen formalen und erzählerischen Schichten, ist in seiner beeindruckenden Bildersprache eine Rückbesinnung auf die Traumata eines schwulen Mannes – ausgelöst durch Krieg, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie. Diese außergewöhnliche Form empowert die Geschichtenerzählung und läßt sie als ehrliche Selbstkonfrontation herausragen. Wir sehen eine Allgemeingültigkeit zu queeren Themen, die Schuldgefühle, Familie, Liebe, Migration und selbstgewähltes Exil betreffen. Das Ganze wird zu einer gemeinsamen Erfahrung: wir werden an die Kraft der Sehnsucht nach einer queeren Erlösung erinnert. Wenn ihr eine Geschichte erzählen wollt, erzählt sie wie Miguel’s War. Und hier das Interview mit der Regisseurin :

TEDDY JURY AWARD

INSTRUCTIONS FOR SURVIVAL, Regie: Yana Ugrekhelidze, Deutschland, 2021

Winner TEDDY JURY AWARD, Yana Ugrekhelidze, Foto: Brigitte Dummer
Winner TEDDY JURY AWARD, Yana Ugrekhelidze, Director:
INSTRUCTIONS FOR SURVIVAL Foto: Teddy

Begründung der Jury: Diese eindringliche Dokumentation beleuchtet eine dramatische Situation, die unerzählt hätte bleiben können: die Geschichte von Alexander, einem Trans-Mann und seiner Frau Mari in Georgien. Das Narrativ konzentriert sich auf den Kampf des jungen Paares, den unterdrückenden und beklemmenden sozialen und politischen Strukturen zu entkommen. Instructions for Survival zeigt mit dieser persönlichen Reise die Dringlichkeiten der georgischen queeren Community auf und bietet eine queere Verbundenheit. Der Film zeigt. wie schwer es sein kann, man selbst zu sein in einer Werl, die eher verlangt, dass man sein Selbst opfert. Die Geschichte ist nicht nur für die queere Community Georgiens wichtig, sondern überzeugt auch durch ihre sehr direkte Struktur und ihre sensible Ästhetik. Bei ihrem Begleiten des Alltagslebens des jungen Paares drängt die Kamera sich dennoch niemals auf. Der Film erinnert und´s immer wieder daran, dass das persönliche politisch sein muss. Die Jury hofft, dass die Reise von Alex und Mari weiterhin von Errungenschaften gekrönt sein wird. Und hier das Interview mit der Regisseurin:

Interview with Yana Ugrekhelidze, Director:
INSTRUCTIONS FOR SURVIVAL

TEDDY AWARD für BEST SHORT FILM

INTERNATIONAL DAWN CHORUS DAYRegie John Greyson, Kanada, 2021

Winner BEST SHORT FILM John Greyson
Winner BEST SHORT FILM, John Greyson, Director
INTERNATIONAL DAWN CHORUS DAY Foto: Teddy

Begründung der Jury: International Dawn Chorus Day ist in seiner Herangehensweise einzigartig und poetisch. Entstanden in einer globalen Krise, erinnert der Film uns daran, wie gut das Medium Film sich zur Dokumentation der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eignet. Entstanden aus trivialen Videoschnipseln und einer grandiosen Idee, bewegt der Film seine Zuschauer in seiner Militanz. Er erhebt seine Stimme für die gewöhnlichen politischen Anliegen queerer Menschen während einer Pandemie, und zwar durch das beliebteste Mittel, diese Stimme zu erheben. Mithilfe einer originellen und überraschenden Dramaturgie, wird das Publikum an einen unerwarteten Punkt geführt, der diesen Kurzfilm schlicht zu einem Meisterwerk erhebt. Er zeigt kreative, spaßige und wunderschön geschaffene Wege, die uns daran an diejenigen erinnern, die den größten Preis für die Freiheit queerer Menschen bezahlen. Und hier das Interview mit dem Regisseur:

Interview with John Greyson, Director
INTERNATIONAL DAWN CHORUS DAY

Der SPECIAL TEDDY AWARD geht an Jenni Olson

SPECIAL TEDDY AWARD 2021 goes to JENNI OLSON
SPECIAL TEDDY AWARD 2021 goes to JENNI OLSON

Die TEDDY Foundation vergibt zusätzlich zu den Preisen für aktuelle Filme den Special TEDDY AWARD für herausragende Leistungen und nachhaltige Verdienste an Kulturschaffende* deren Wirken zu einer umfangreichen öffentlichen Wahrnehmung und Rezeption queerer Perspektiven in Kunst, Kultur und Medien in außerordentlichem Maße beiträgt. Zu den bisherigen Preisträger*innen des Special TEDDY AWARD zählen u.a. Tilda Swinton, Werner Schroeter, Ulrike Ottinger, Monika Treut, John Hurt, Udo Kier, Christine Vachon, Joe Dallesandro, Evita Bezuidenhout, Rosa von Praunheim und Elfi Mikesch.

Der diesjährige Special TEDDY AWARD geht an die Filmkurator*in, Archivar*in, Filmemacher*in, Autor*in und LGBT-Filmhistoriker*in Jenni Olson für ihre jahrzehntelange brückenbauende Arbeit mit der sie queere Filmgeschichte sicht- und greifbar macht.

Jenni Olson’s Begeisterung für das Medium Film manifestiert sich auf unzähligen Ebenen. Sie findet immer das richtige Werkzeug um ihre Neugierde und Faszination in die Praxis umzusetzen. Sie kämpft um die Erhaltung und Verbreitung von filmischen Nachlässen und verwaisten Filmkopien, fördert aufstrebende Talente und schafft ihr eigenes filmisches Oeuvre. Sie greift dabei auf ein queeres Filmnetzwerk zurück, welches sie selbst über die Jahrzehnte durch ihre Kollaborationen und Einfluss gestärkt und erweitert hat. Jenni Olson verkörpert, lebt und schafft Queere Film Kultur. 

TEDDY TODAY: MITTWOCH, 9. JUNI

Das Berlinale Summer Special hat endlich begonnen und es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um unsere wunderbaren LGBTQ+ Filme und Künstler*innen zu feiern, als während des Pride-Monats! Von heute an bis zum 20. Juni 2021 werden alle Filme, die für einen TEDDY AWARD 2021 nominiert sind, in Open-Air-Kinos in ganz Berlin gezeigt!

„GLÜCK“, Regie: Henrika Kull, Deutschland, 2021
PREMIERE, 21:30h, Freiluftkino Kreuzberg

Den Auftakt am ersten Festivaltag macht der Spielfilm GLÜCK unter der Regie der wunderbaren Henrika Kull! Gedreht in einem echten Bordell, bricht der Film die negativen Stereotypen und das Stigma, das mit Sexarbeit verbunden ist, durch die leidenschaftliche Beziehung zweier Sexarbeiterinnen auf. Mehr Details zum Film und weitere Vorführtermine findet ihr auf unserem BLOG. Seht hier das vollständige Interview mit Henrika Kull:

Katharina Behrens, Adam Hoya, © Flare Film

LUZ DE PRESENCA„, Regie: Diogo Costa Amarante, Portugal, 2021,
PREMIERE, 21:45h, Freiluftkino Hasenheide

Wir können einfach nicht genug bekommen von dieser rauschenden Festivalatmosphäre, die wir so sehr vermisst haben! Heute wird ein wunderbarer Kurzfilm unter der Regie von Diogo Costa Amarante gezeigt: A PRESENT LIGHT (Originaltitel: „Luz de Presença“). Merkt euch die Termine vor: 09.06. / 21:45 / Freiluftkino Hasenheide 10.06. / 21:45 / Freiluftkino im Filmrauschpalast und verpasst nicht die anderen Vorführungen, die heute auf unserem BLOG zu finden sind. Erlebt Diogo Costa Amarante bei unserem Gespräch über seine Filmidee auf Vimeo:

Diana Neves Silva © O Verde do Jardim

DAS MÄDCHEN UND DIE SPINNE„; Director: Ramon Zürcher, 
Switzerland 2021
PREMIERE, 22.15h, Sommerkino Kulturforum

Im Laufe von zwei Tagen und einer Nacht, als Lisa aus der Wohnung, die sie mit Mara geteilt hat, in die umzieht, in der sie allein leben wird, gehen viele Dinge kaputt und manche werden repariert.
Wie das titelgebende Spinnennetz hat der Film eine perfekte, fragile Geometrie. Fast ausschließlich in Innenräumen angesiedelt, ist er auch eine unfreiwillige Zusammenfassung des paradoxen Zeitalters der Pandemie. Der Übergang von einem Aufenthaltsort zum anderen und die Energie, die zwischen dem Ende einer Geschichte und dem Beginn einer anderen freigesetzt wird, versetzt das gesamte Ensemble in einen Zustand der veränderten Anmut.
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© Beauvoir Films

STOP ZEMLIA„, Director: Kateryna Gornostai, Ukraine 2021
PREMIERE, 21:30h, Freiluftkino Rehberge

“They say when you get goosebumps, your soul touches your body.”

Es ist das vorletzte Schuljahr von Masha, Iana und Senia. Zwischen den blühenden Topfpflanzen im Klassenzimmer und zu den Soundeffekten einer Biologiestunde über körperliche Anzeichen von Stress hadern die jungen Protagonistinnen mit sich selbst und miteinander. Die 16-jährige Masha ist das ruhige Zentrum von Kateryna Gornostais Spielfilmdebüt. Der Film zeigt sie als introvertiert, sensibel und verliebt in Sasha, eine Mitschülerin, deren Unnahbarkeit und Passivität für sie eine ständige Herausforderung ist.
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Maria Fedorchenko © Oleksandr Roshchyn