Schlagwort-Archiv: LGBT

Das TEDDY AWARD Programmheft 2020!

Im TEDDY AWARD Programmheft findet Ihr alle Infos über die Filme beim TEDDY AWARD 2020, alles über die Site Events wie unserer Directors Exchenge am 25.02. und dem Queer Academy Summt 2020. Ausserdem alles über die auftretenden Künstler Line-Up der TEDDY AWARD Preisverleihung am 28. Februar in der Volksbühne Berlin!

Das Programmheft gibt es hier zum Download, die online Version findet Ihr hier

Vergesst nicht, auch unsere TEDDY Pop-Up Bar zu besuchen! Die Öffnungszeiten sind täglich ab 12 Uhr mittags, vom 17. Februar bis 1. März – kommt vorbei für leckere Snacks und Drinks in gemütlicher TEDDY-Atmosphäre!

Titelseite-Programmheft2020
Titelseite-Programmheft2020

Die queer.de Readers Jury 2020

Auch dieses Jahr ist queer.de wieder Medienpartner des TEDDY AWARD und vergibt den Preis der queeren Leser*innen. Bei der Auswahl der Jury für den TEDDY Readers‘ Award 2020 legten wir besonderen Wert darauf, dass sie genauso vielfältig ist wie unsere Community. Das fünfköpfige Team setzt sich aus (oben v.l.) Robert Moussa, Amanda Halbrock, Detlef Stoffel, (unten v.l.) Joyce Newrzella und Fabian Schäfer zusammen.

Robert Moussa ist zum ersten Mal in der Jury dabei. Der in Berlin lebende Filmemacher ist Gründer und Direktor vom Soura Film Fest, dem ersten queeren Filmfestival für den Mittleren Osten und Nordafrika. „Meine große Leidenschaft für das Queer Cinema kann eine gute Ergänzung für die Jury sein“, schrieb der 33-Jährige in seiner Bewerbung. „Ich freue mich darauf, Gleichgesinnte aus der Filmbranche zu treffen und Kontakte zu knüpfen, die auch für das Soura Film Fest nützlich sein könnten.“

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Die queer.de Readers Jury

In diesem Jahr ist queer.de erstmals Medienpartner des TEDDY AWARD und vergibt den Preis der queeren Leser*innen. Bei der Auswahl der Jury für den TEDDY Readers‘ Award 2019 legten wir besonderen Wert darauf, dass sie genauso vielfältig ist wie unsere Community. Das fünfköpfige Team setzt sich aus Amanda Halbrock, Oliver Maus, Katayun Pirdawari, Gerlinde Kenkel und Fabian Schäfer (von l. nach r.) zusammen.

Amanda Halbrock aus Berlin ist mit 21 Jahren das jüngste Jurymitglied. Die non-binary queere Person, die neuerdings auch als Dragking unterwegs ist, freut sich auf die Aufgabe und wünscht sich, die Vielfalt der Community auch auf der Leinwand widergespiegelt zu sehen.

Oliver Maus kommt aus Wien zu den Filmfestspielen nach Berlin. Der 25-jährige Student der Medienwissenschaften will u.a. einen analytischen Blick auf queeres Kino, mit dem er sich seit Jahren begeistert auseinandersetzt, in die Jury einbringen.

Katayun Pirdawari war in den vergangenen Jahren schon in mehreren Jurys zum TEDDY Readers‘ Award. Für die 56-jährige Lesbe aus Berlin ist die Berlinale ein Fest der Kulturen und eine Weltreise. Mit ihrer Wahl möchte sie die Herzen der Menschen berühren.

Gerlinde Kenkel, kommt ebenfalls aus der Hauptstadt. Die 63 Jahre alte, lesbische trans Frau freut sich besonders auf den Austausch mit anderen Filmfans, ohne sich dabei zu verbiegen. Sie hofft auf Filme mit Inhalt, die überraschen.

Fabian Schäfer ist freier Journalist und studiert seit dem Wintersemester in Sofia. Der 24-jährige thematisiert am liebsten alles, was den heteronormativen Rahmen sprengt und möchte queere Menschen authentisch und in all ihrer Vielfalt in den Medien präsentieren.

13. XPOSED Quer Film Festival

In diesem Jahr haben 43 queere Kurzfilme aus aller Welt genau das getan und ihren Weg in unser Programm gefunden. 43 Kurzfilme, die die Queerness des Filmemachens erforschen und zelebrieren und einen Weg des Geschichtenerzählens finden, der nicht nur die Heteronormativität, sondern auch das konventionelle Kino herausfordert.

Queer Filmikone Mara Mattuschka eröffnet XPOSED mit einer persönlichen Präsentation ihrer neuesten Arbeit PHAIDROS und wird unser Ehrengast bei der Artist in Discussion Session im Aquarium sein.
>>http://www.xposedfilmfestival.com/

Der Schritt ins Licht: Repräsentation von Transidentitäten in der brasilianischen Kunstszene

Evangelina Kraniotis sphärischer Dokumentarfilm ,Obscuro Barroco‘ verspricht die „Geschichte einer stillen Finsternis“, indem er den Erfahrungen des Trans-Charakters Luana Muniz folgt, wie sie sich im Karneval von Rio de Janeiro einen Weg durch die Straßen bahnt. Im Laufe des Films erleben wir eine Bewegung aus der Nacht zum Tag und die Schlussszene des Films zeigt Sonnenstrahlen, die sich über den Horizont erstrecken. Die Verwandlung der Stadt aus dem Dunkel hin zum Licht symbolisiert die Metamorphose der Geschlechter, wie sie im Film gezeigt wird, aber gleichzeitig auch allgemein die Trans-Bevölkerung in dieser Region, die immer sichtbarer wird. Wie der Trans-Protagonist in die Morgendämmerung Rios tritt, so treten auch zahlreiche Trans-Künstler auf brasilianische Bühnen. Dieser Dokumentarfilm von Kraniotis ist nur einer von zahlreichen brasilianischen und lateinamerikanischen Filmen im Programm des Teddy Awards 2018, der queere und Transkultur zelebriert. So etwa auch ‚Bixa Travesty‘ von Regisseur Kiko Goifman, eine empfindsame Filmbiographie über die brasilianische Trans-Sängerin Linn da Quebrada. Zu den zunehmenden Darstellungen von Trans-Personen auf den großen Leinwänden reihen sich entsprechende Entwicklungen in kleineren Rahmen. Die Daily-Soap ‚Edge of Desire‘, ein Bericht über die Geschlechtsumwandlung eines Trans-Manns, fesselte 2017 pro Nacht 50 Millionen Fernsehzuschauer. Die Sendung wurde vom brasilianischen Medien-Netzwerk Globo ausgestrahlt und war die erste Soap in der Geschichte des Landes mit einem Trans- Charakter in einer Hauptrolle. Außerdem stellte der Trans-Sänger Pabllo Vittar in diesem Jahr mit seinem Lied Sua Cara einen neuen Klick-Rekord bei YouTube auf und die Show des britischen Bühnenautors Jo Clifford, ‚The Gospel According to Jesus, Queen of Heaven’, die Jesus als eine Trans-Frau zeigt, ist seit seinem Debüt 2016 ständig auf allen Bühnen des Landes ausverkauft. Brasilien beheimatet eine große Gemeinschaft von Trans-Menschen, neben Angehörigen der travestis. Dieses „dritte Geschlecht“ des Landes beschreibt Personen, die bei Geburt als Männer eingeordnet wurden, aber eine weibliche Geschlechtsidentität ausleben. Ihre jährliche Pride-Parade in Sao Paolo ist die größte der Welt und zog im vergangenen Jahr drei Millionen Besucher an. Auch hinsichtlich LGBTQ-Rechten stellt das Land ein Paradebeispiel dar: Als eine der ersten überhaupt arbeitete die Regierung des Landes mit solchen Organisationen zusammen und bot HIV- und Aids-Erkrankten kostenlose medizinische Behandlung. 2013 kam dazu die gesetzliche Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe sowie des Rechts darauf, seinen Namen und die Geschlechtsangabe auf einigen vom Staat ausgestellten persönlichen Dokumenten zu ändern. Folglich spiegelt sich die wachsende rechtliche Umsetzung von Trans-Identitäten zwangsläufig auch in der Ausgestaltung dieser in der brasilianischen Kunstszene wider. Trotzdem schwebt eine dunkle Wolke über diesen Fortschritten: Mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum wird gleichzeitig von mehr und lauter werdender Feindseligkeit begleitet. In der Kunstwelt zeigt diese Feindseligkeit sich in Form von gesellschaftlicher Zensur – zwei Ausstellungen queerer Kunst wurden in diesem Jahr in Brasilien frühzeitig wegen politisch rechter und christlich-konservativer Proteste geschlossen. Im täglichen Leben manifestiert sich die Opposition gegenüber der Queer- und Trans-Gemeinschaft in Form brutaler Gewalt. Machismo-Kultur ist in weiten Teilen Lateinamerikas noch stark vertreten: Laut der UNO wird in Sao Paulo alle 15 Sekunden eine Frau angegriffen und 2017 wurden 200 LGBTQ-Personen in Brasilien ermordet. Besonders Trans-Menschen sind stark gefährdet, wie grausamerweise im letzten Jahr ein sich rasend schnell verbreitendes Video zeigte, in dem die Trans-Frau Dandara dos Santos in Fortaleza gequält und getötet wurde. Wir sind vermutlich noch viele Jahre davon entfernt, bis Trans-Kunst in ein Rampenlicht treten kann, das nicht von solchen Vorurteilen und Gewalt beschmutzt ist. Heute aber müssen wir den Mut der zahlreichen Filmemacher, Schauspieler, Sänger und Theaterbesucher anerkennen, die öffentlich queere und Trans-Kultur zelebrieren, trotz dieser Feindseligkeiten. Übersetzung: Martina Zigmund [1] https://www.nytimes.com/2017/10/07/world/americas/brazil-transgender-pabllo-vittar.html [2] https://www.nytimes.com/2017/10/07/world/americas/brazil-transgender-pabllo-vittar.html [3] https://www.youtube.com/watch?v=hWNQtlsvQiY [4] http://www.rioonwatch.org/?p=37249 [5] http://www.rioonwatch.org/?p=37249 [6] http://www.bbc.com/news/world-latin-america-33939470