Schlagwort-Archiv: internationale Filmfestspiele Berlin

TEDDY TODAY: DONNERSTAG, 10. JUNI

Die deutsche Regisseurin Monika Treut macht am zweiten Tag des Festivals Hoffnung mit ihrer Dokumentation GENDERATION. Nach ihrem Film Gendernauts aus dem Jahr 1999 ergründet sie nun, wie die Gendernauts über die Jahre in ihren Identitäten angekommen sind und sich mit den Schwierigkeiten auseinandersetzen, denen sich Transgender-Menschen unter der Trump-Regierung stellen mussten. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas ist die Message des Film voller Hoffnung und Positivität. Und Hoffnung kann diese Welt im Moment gar nicht genug haben! Hier das Interview mit der Regisseurin..

GENDERATION, Regie: Monika Treut, Deutschland, 2021,
PREMIERE, 21:30h, Freiluftkino Kreuzberg

Today’s ReScreenings:

„GLÜCK“, Regie: Henrika Kull, Deutschland, 2021,
21:30h, Freiluftkino Kreuzberg

LUZ DE PRESENCA, Regie: Diogo Costa Amarante, Portugal, 2021,
21:45h, Freiluftkino vom Filmrauschpalast

STOP ZEMLIA; Regie: Kateryna Gornostai, Ukraine, 2021,
21:45h, Freiluftkino Pompeij

Alle Filme & Screenings 2021

Es ist soweit: das Programm für die TEDDY Screenings 2021 steht fest! Während des Berlinale Summer Special, vom 09.06.-20.06.21, finden die Screenings der für den TEDDY AWARD nominierten Filme in verschiedenen Open Air Kinos statt. Die Vorführtermine und Kinoadressen findet ihr unter den jeweiligen Filmbeschreibungen.

Die komplette Übersicht der Filme beim 35. TEDDY AWARD 2021 findet ihr auch hier auf unserer Website.

SPIELFILM

DOKUMENTAR – / ESSAYFILM

KURZFILM

SERIE

DER TEDDY AWARD UNTER COVID-19

Auch wenn es so scheint, als ob die Welt bis auf weiteres stillsteht, läuft der TEDDY AWARD weiter auf Hochtouren! Keine noch so hartnäckige Pandemie kann die 35. Ausgabe des TEDDY AWARDS davon abhalten, die gleiche freudige Energie mit der LGBTQ+ Community und weit darüber hinaus zu teilen.

Wie nahezu alle Veranstaltungen in diesen Tagen der Pandemie muss auch der 35. TEDDY AWARD in veränderter Form stattfinden. Nach der erfolgreichen ersten Stufe – dem Industry Event vom 1.-5. März 2021 – mit täglichen Live-Studio-Talks, Diskussionen, Panels und Interviews zu aktuellen Filmen und Entwicklungen der queeren Medienbranche, wird der TEDDY AWARD auch im Rahmen des Summer Specials der 71. Berlinale vom 9.-20. Juni 2021 mit Berichterstattung und Interviews zu den queeren Filmen des Festivals präsent sein.

Download Pressemitteilung vom 28.05.2021

Alle für den 35. TEDDY AWARD nominierten Filme werden im Rahmen der Open Air Filmvorführungen der Berlinale in den Freiluftkinos der Stadt zu sehen sein. Als Höhepunkt der TEDDY Sommer Events feiern wir dann am 18.06.2021 um 19 Uhr das queere Kino mit der 35. TEDDY AWARD Preisverleihung. Aufgrund der anhaltenden pandemiebedingten Einschränkungen für den Veranstaltungsbereich findet die Preisverleihung als reine Online-Veranstaltung statt und wird LIVE AUS DEM TEDDY TV-STUDIO auf teddyaward.tv/live gestreamt.

Mit dem 35. TEDDY AWARD wollen wir in diesen chaotischen Zeiten einen Regenbogen der queeren Freude, Sichtbarkeit und Gemeinschaft mit euch teilen.

34. TEDDY AWARD Ceremony & After Show

Mit der Preisverleihung und der rauschenden TEDDY After Show PARTY sind wir in diesem Jahr am 28.02.2020 in der Volksbühne Berlin.

Karten für die 34. TEDDY AWARD Preisverleihung und die After Show PARTY sind erhältlich im Webshop der Volksbühne oder telefonisch über die Ticket-Hotline 030-240 65-777. Ohne Vorverkaufsgebühr gibt es die Karten auch im Prinz Eisenherz Buchladen.

Für diejenigen, die den Förderverein Teddy e.V. besonders unterstützen wollen, bieten wir das Premium Förderticket an. Mit dem Kauf eines Premium Fördertickets seid ihr Ehrengast in der besten Sitzplatzkategorie zwischen Künstler*innen, Filmemacher*innen und Prominenten. Darüber hinaus werdet ihr zum exklusiven Vorempfang von 19.00 – 20.00 Uhr eingeladen.
Für alle Gäste, die kein Ticket für die Preisverleihung mehr erwerben konnten, bieten wir dieses Jahr unser Screening Lounge Ticket an. Die Übertragung der Preisverleihung kann damit bequem vom Roten Salon aus mitverfolgt werden. Freier Eintritt zur anschließenden After Show Party ist im Preis mitinbegriffen. 

FREITAG 28.02.2020
19:00 Empfang Förderverein Teddy e.V.
21:00 TEDDY AWARD Ceremony, in der Volksbühne Berlin
23:30 Die legendäre TEDDY After Show PARTY auf 3 Dancefloors mit 6 DJs:

KARTENPREISE UND KATEGORIEN
Förderticket Kat. A inkl. Empfang: 150,- EUR
Sitzplatz Kat. A: 75,- EUR
Sitzplatz Kat. B: 50,- EUR
Sitzplatz Kat. C: 30,- EUR
Screening Lounge: 20,- EUR
Party: 15,- EUR

TICKET HOTLINE & INFO Tel.: +49-(0)30-240 65 777

Der TEDDY AWARD ist eine Non-Profit Veranstaltung und finanziert sich ausschließlich aus Beiträgen der Fördermitglieder und Mäzen*innen des Teddy e.V., durch Spenden von Unterstützer*innen, das Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer*innen sowie durch Sponsor*innen und die Einnahmen aus der Veranstaltung.

Interview mit Dr. Benno Gammerl

Wir haben ein Interview mit Dr. Benno Gammerl geführt. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max Planck Institut für Bildungsforschung.

  • Was ist der Stand der Forschung über die Kontinuitäten des Paragraphen 175 nach dem Nationalsozialismus?

Die Situation Männer begehrender Männer in den 1950er und 1960er Jahren erfreut sich erst seit einigen Jahren zunehmender Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt aufgrund der schlechten Presse, welche die „Homophilen“ der Nachkriegsdekaden bei den Wortführern der Schwulenbewegung hatten, waren sie lange in Vergessenheit geraten. Die rechtliche Entwicklung in Ost und West zwischen 1945 und 1969 ist mittlerweile zumindest in groben Zügen dokumentiert, ähnliches gilt für die Strukturen der polizeilichen Verfolgung und für die Nicht-Anerkennung homosexueller KZ-Häftlinge als Opfer des NS-Regimes. Was nach wie vor weitgehend im Dunkeln liegt sind die politischen Bemühungen der „Homophilen“ um Anerkennung und Entkriminalisierung sowie vor allem der Alltag Männer liebender Männer in dieser Zeit: Wie gingen sie mit Verfolgung und Diskriminierung um? Wie schafften sie es, trotz alledem subkulturelle Strukturen zu etablieren? Wie gestaltete sich homophiles Leben und gleichgeschlechtliches Begehren zwischen Ängsten und Hoffnungen, „Josephsehen“ und Bahnhofstoiletten, Gefängniszellen und Theaterlogen?

  • Was sind Ihre Gedanken über das Projekt von Justizminister Maas und die Diskussionen über die Rehabilitation für die Opfer von Paragraph 175?

Es ist ausgesprochen erfreulich, dass die Kriminalisierung des gleichgeschlechtlichen Begehrens im allgemeinen und die verschärfte Fassung des § 175, die die Entgrenzung und Intensivierung der Homosexuellenverfolgung im Dritten Reich und in der frühen Bundesrepublik ermöglichte, von offizieller Seite nun endlich als ein fundamentaler Verstoß gegen die Menschenrechte gebrandmarkt werden. Christine Lüders, der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes

, gebührt große Anerkennung dafür, dass sie diese Debatte maßgeblich vorangetrieben hat. Dem Rechtsstaat bietet sich so die Gelegenheit, kritische Perspektiven auf seine eigene Geschichte zu entwickeln, und sich von dem begangenen Unrecht zu distanzieren. Und die Männer, die verurteilt wurden, können auf eine – wenn auch reichlich späte – Wiedergutmachung hoffen. Allerdings richtete der § 175 auch jenseits von Gefängnisstrafen großen Schaden an. Beziehungen gingen kaputt, Menschen wurden gekündigt, gewalttätige Angriffe waren keine Seltenheit, manche sahen nur im Freitod noch einen Ausweg. Wie will der Gesetzgeber dieses Leid, für das er letztlich verantwortlich war, entschädigen?

  • Glauben Sie, dass dieses Projekt die Diskussion über den Paragraph 175 im deutschen öffentlichen Raum widerspiegelt?

Ich denke, vielleicht ist es auch eher eine Hoffnung, dass der überwiegende Teil der deutschen Öffentlichkeit heute eine Kriminalisierung des gleichgeschlechtlichen Begehrens für moralisch nicht vertretbar erachtet und ablehnt. Insofern vollzieht die politische Debatte über Rehabilitierung einen Meinungswandel nach, der sich im Lauf der letzten ungefähr dreißig Jahre vollzogen hat. Was mich mitunter überrascht ist, wie wenigen Leuten die Tatsache bekannt ist, dass die Entkriminalisierung der Homosexualitäten im Wesentlichen ein Verdienst der späten DDR ist. Erst 1994 im Zuge der Angleichung des west- und des ostdeutschen Strafrechts stimmte auch der Bundestag der endgültigen Abschaffung des § 175 zu. Wahrlich kein Ruhmesblatt des bundesdeutschen Rechtsstaats.

© F.K Schulz
© F.K Schulz