MEET THE JURY: NICK DEOCAMPO

Name: Nick Deocampo
Land: Philippinen
Festival: Quezon City International Pink Film Festival

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Wie findest du Berlin? Was macht für dich das Besondere der Stadt aus?

 Ich war bereits mehrmals in Berlin. Berlin war 1983 die erste Stadt, die ich nach einem Filmstudium in Paris besucht habe, um die Berlinale zu besuchen, mein erstes internationales Filmfestival. Die Festival Location war noch im alten Stadtzentrum, nicht dort, wo sie jetzt ist. Seitdem war ich mehrere Male bei der Berlinale, einmal habe ich als Juror für den  NETPAC Award  den besten Asiatischen Film 2001 ausgewählt. Aus allen europäischen Städten ist Berlin wie ein zweites Zuhause für mich. Die besondere Kinokultur macht die Stadt besonders, der große Respekt für alle Formen von Kino ist das, was ich am meisten bewundere. Hier habe ich alternatives und radikales Filmemachen und LGBT Kino kennengelernt. Ich habe so viel vom Treffen mit Filmemachern*innen und Festival-organisator*innen gelernt. Es gibt außerdem viele Orte, an denen Filmkultur anzutreffen ist. Jedes Mal wenn ich in Berlin bin besuche ich das Filmmuseum und Buchläden.

Wie würdest du die Berlinale in einem Satz beschreiben?

Die Berlinale ist ein Knotenpunkt für alle Filminteressierten und bringt Menschen zusammen, die eine Leidenschaft für Filme haben.

Was war dein erster Kontakt mit dem TEDDY AWARD?

 Ein philippinischer Film namens Ang Lalaki sa Buhay ni Selya (Der Mann in ihrem Leben) hat den TEDDY AWARD gewonnen, da habe ich das erste Mal vom TEDDY gehört.

Was bedeutet der TEDDY AWARD in deinen Augen? Wofür steht er? Was macht ihn einzigartig?

Er ist einzigartig, weil er LGBT Filme im Rahmen eines großen Festivals ehrt. Nicht bei vielen Festivals ist dies der Fall. Der Mut, sich für Filmermacher*innen mit alternativen sexuellen Orientierungen zu engagieren weitet die Grenzen filmischer Ausdrucksweise aus. Für Filmemacher*innnen, die auch Festivalkurator*innen sind, so wie ich, gibt es viel zu lernen sowohl von kreativen als auch organisatorischen Aspekten einer solchen Veranstaltung.

Erzähl uns von einem Film, den du kürzlich gesehen hast.

Als Organisator des neu-gegründeten Quezon City International Pink Film Festival in den Philippinen habe ich viele LGBT Filme gesehen, die eingereicht wurden. Das Festival soll das größte LGBT Film Festival in Asien werden, deswegen habe ich viele asiatische Filme gesehen. Ich war sehr beeindruckt von den Transgenderfilmen, die meiner Meinung nach zu den aussagekräftigsten Filmen innerhalb der LGBT-Filme geworden sind. In der Region gibt es viele Transgenderfilme insbesondere über Transgenderfrauen. Filme wie Thi Tham Nguyens Madam Phung’s Last Journey  (Vietnam), Vanna Hems Karma (Kambodscha) und Eduardo Roy Jr.s Quickchange (Philippinen) sind außergewöhnliche Filme, die Transgender in ein neues Licht rücken. Aber das geschieht nicht nur in Asien, es scheint weltweit einen Anstieg von Transgenderfilmen zu geben. Ich habe auch US-Filme wie PJ Ravals Trinidad und viele europäische Filme in diesem Genre gesehen.

MEET THE JURY : YVONNE P. BEHRENS

Name: Yvonne P. Behrens
Land: Deutschland
Festivals: Portland Queer Film Festival, Portland German Film Festival

Yvonne P. Behrens

Wie findest du Berlin? Was macht für dich das Besondere der Stadt aus?

Ich liebe Berlin.  Die Stadt ist so dynamisch und dann ist da der geschichtliche Hintergrund. Ich liebe die alten Gebäude und die Architektur und Berlin hat super Flohmärkte.

Die Filmgeschichte, die mit Berlin zusammenhängt ist besonders interssant für mich. Die Babelsberg Filmstudios, die UFA Filme und die Berlinale. Es freut mich auch immer besonders, wenn ich sehe, dass viele der großen Blockbuster Filme in den USA hier in Babelsberg gedreht wurden.

Wie würdest du die Berlinale in einem Satz beschreiben?

Monumental und super wichtig für Filme im generellen.

Was war dein erster Kontakt mit dem TEDDY AWARD?

Die TEDDY’s sind und waren  für mich immer maßgeben für queere Filme die im Laufe eines Jahres heraus kommen. Ich sehe mir die Liste immer an um vor allem auch zu sehen, ob der eine oder andere Film für unser Festival in Portland in Frage kommt und dann ist es natürlich auch eine Referenzliste fuer mich persönlich für Filme, die ich gerne sehen möchte.

Was bedeutet der TEDDY AWARD in deinen Augen? Wofür steht er? Was macht ihn einzigartig?

Der TEDDY ist der Oscar für queere Filme und Filmemacher. Er gibt queerem Kino eine Internationale Präsenz und Sichtbarkeit .  Es ist die Möglichkeit,  queere Filme aus der ganzen Welt  zu sehen, die  mit großer Wahrscheinlich nie in einem regulärem Theater gespielt würden und mit einem internationalem, großen Filmpreis, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verleih den Film kauft und dann eben doch einem größeren Publikum zur Verfügung stellt. Der TEDDY steht für Erfolg in queerem Kino und ist besonders eben wegen seiner Spezialisierung im queeren Filmgenre.

Erzähl uns von einem Film, den du kürzlich gesehen hast.

STILL ALICE – MEIN LEBEN OHNE GESTERN mit Julianne Moore. Ich glaube, dass die meisten Leute jemanden kennen oder in der Familie haben, der an Alzheimer erkrankt ist. Der Film erzählt die Geschichte sehr einfühlsam und die Schauspieler sind einfach super. Julianne Moore hat schon den Golden Globe und den SAG Award bekommen und ich hoffe sie bekommt auch den Oscar für Ihre Darstellung!

Programmheft 2015 online!

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Unser Programmheft zum 29. TEDDY AWARD steht ab sofort zum Download bereit. Hier findet ihr alle wichtigen Informationen rund um euren Lieblingsbären. Dazu gibt es noch ausführliche Hintergrundinformationen und wir verraten euch, auf wen ihr euch am 13. Februar 2015 freuen dürft.

Hier gibt´s das TEDDY AWARD Programmheft 2015 zum Download.

 

Künstler*innen SchwuZ

 


DJS @ Schwuz 06.02.15


ENA LIND

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©Goodyn Green

Seit 2006 ist Ena Lind fester Teil der Berliner Szene. Voller Kreativität und Energie spielt sie als DJane elektronische Musik, die Herzen berührt und die Menschen zum Tanzen bringt. Ihr Gefühl für Timing und Publikum, ihre Auswahl der Musikstücke und Dramaturgie des Sets machen die Auftritte zum Spektakel, ja zur musikalischen Reise durch die Nacht. Ihre herzliche Persönlichkeit trägt – ohne Frage – auch zu dem besonderen Zauber ihrer Gigs bei.


JANUS

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Hinter Janus verbirgt sich ein seit 2012 bestehendes Label samt zeitgeistiger Berliner Party-Reihe in wechselnden Locations. Musikalisch erschließen die DJs um die Residents Lotic, dpd und M.E.S.H. ganz neue musikalische Dimensionen – durch die konsequente Vermischung von Popmusik-Versatzstücken und Genre-fremden Klangwelten. Ins stets heterogene SchwuZ-Programm passen sie damit bestens !


JULIE CHANCE

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Julie chance und Ena Lind ©Matthias Hamann

Über die letzten Jahre mauserte sich die irische Wahlberlinerin Julie Chance zu einer gefragten DJane, die bereits im Berghain, Gretchen oder Festsaal Kreuzberg aufgelegt hat. Ihr Musikstil bewegt sich zwischen Chicago-House und TechHouse. Dabei spielt sie nicht nur in Europa, sondern auch schon in Australien – egal ob im Club, nach Konzerten von z.B. Austra und Planningtorock oder tagsüber während Fashionshows. Zudem ist Julie Chance auch Gründungsmitglied der Band Kool Thing und begeisterte Fotografin.


LEGO

LEGO

Seit 3 Jahren legt der gebürtige Berliner hauptsächlich bei queeren Indie/Elektro Partys wie der BANG! in Oberhausen oder der HELKI in Potsdam auf. Lego ist zudem Resident-DJ bei der SchwuZ-Party LONDON CALLING, wo er am liebsten Björk, The Knife oder Bowie spielt. Neben seiner DJ-Karriere studiert er derzeit Grafik-Design und Film in Bremen.

 

 


LUCKY PIERRE

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©Matthias Hamann

Anfangs vor allem von Indie- und Rockmusik begeistert, entdeckte Lucky Pierre bald die Kraft der elektronischen Musik für sich. Seit 2013 teilt er seine Vorliebe für Tech- und DeepHouse auch mit dem Berliner Partyvolk. Am liebsten bespielt er die Afterhour im SchwuZ und hat sich für 2015 schon viel vorgenommen.


MARSMAEDCHEN

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Marsmaedchen ist DJane, Sängerin und auf vielen Partys in Berlin, Hamburg und im Ruhrpott zu Hause. Alles kann passieren, wenn sie an den Turntables „Rockqueerhiphopurbanbalkanbeatzalltimefavsriotgrrrrlpunkelectropop“ auflegt, denn im Vordergrund steht für das „Girl from Mars“, die Massen zum Tanzen zu bringen – und das zeigt sie jedes Jahr auf’s Neue vorm SO36 auf der MyFest-Bühne. Doch Marsmaechen macht auch selbst mit Gitarre und Laptop Musik, die sie als „Musik-Anarchie“ beschreibt: Irgendwo zwischen ackues, HipHop, Pop und Elektro


Djs SchwuZ 13.02.2015


BLACK CRACKER & FRIENDS

TraeschicPhotography
©TraeschicPhotography

Der ehemalige ‚National Poetry Slam‘ Champion Ellison Renee Glenn alias Black Cracker lebt seit einigen Jahren in Neukölln und ist der inzwischen nicht mehr ganz so heimliche Star des Kiezes. Wenn er nicht gerade eigene Tracks produziert, zeichnet er als Resident bei Partysane für undergroundige ‚Urban Sounds‘ verantwortlich – auf seinem eigenen Floor ‚Doing The Most.‘


DISCO GESSNER

DiscoGessner_viaFacebook

Discoverrückt ist gar kein Ausdruck! Schon seine Mutter legte in den 60er Jahren Platten in den verruchtesten Kölner „Discos“ auf, dann sein Bruder Mike in den 80ern als DJ der Top Clubs in Frankfurt, Berlin und Miami. Dessen Plattensammlung übernahm Disco Gessner Anfang der 90er Jahre und begann diese originalen Disco- und ersten Elektro-12 Inches“ mit modernen Housebeats zu mixen, lange bevor „Disco House“ ab 1996 ein Thema wurde. Als Meister des „bootlegging“ erfindet er in seinen Sets Platten, die es so überhaupt nicht gibt und mixt mit zusätzlichen Effektmaschinen eigene Loops und Drumrolls bei. Technisch versiert spielt er fürs Publikum, druckvoll auf den Punkt. Über 1000 Sets im Funky Chicken, deutschlandweit und international machen in zu einem der erfahrenen DJs des Landes.


GLORIA VIAGRA

Sally B
©Sally B

Berlin’s one and only „Empire State Building“ of Drag-Entertainment… Tall, nasty, professional… Jeden zweiten Freitag im Monat präsentiert Gloria Viagra ihre eigene Partyreihe im SchwuZ: PARTYSANE! Zudem ist sie auf vielen Bühnen zuhause und singt live in ihrer Band „SqueezeBOX“! Gloria heimste schon viele Preise ein: u.a. „2nd Best National DJ 2009″ und „Best Drag Queen 2010″! Außerdem sang sie 2012 bei „The Voice of Germany“! Ein Showgirrrrrrl durch und durch, in allen Ecken des Planeten, die sich zudem für Menschenrechte einsetzt und politisch aktiv ist.


HINTERGRUNDRAUSCHEN

Hintergrundrauschen_byHintergrundrauschen

Die musikalischen Wurzeln von Hintergrundrauschen reichen bis ins technoide Berlin der 90er Jahre zurück; vermischt mit AllTime-Favorites von Donna Summer, Kraftwerk oder Carl Craig. Kein Wunder also, dass seine energetischen Sets ihn schon durch die halbe queere Club-Szene der Hauptstadt getragen haben.


PA$CHA

Pascha-by-Pascha

Pa$cha ist eine feste Größe im Berliner Nachtleben und Resident-DJ bei Partysane im SchwuZ. Mit seinen „Urban Sounds“ mischt er R’n’B und HipHop für die queere Szene Berlins und hat seit Jahren seine eigene Partyreihe „Peaches & Cream“.


MEET THE JURY : PREDRAG AZDEJKOVIC

Name: Predrag Azdejković
Land: Serbien
Festival: international queer film festival „Merlinka“

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Wie findest du Berlin? Was macht für dich das Besondere der Stadt aus?

Ich bin mindestens einmal im Jahr in Berlin. Die Gründe für meine Besuche sind gleichzeitig traurig und fröhlich, da eine Mehrheit meiner Freunde Serbien verlassen musste und jetzt in Berlin lebt und das ist traurig, gleichzeitig bin ich froh, dass ich einen Grund habe, Berlin so oft zu besuchen. Ich liebe Berlin sehr, da man in dieser Stadt sein kann was man sein möchte, ohne Angst vor Gewalt.

Wie würdest du die Berlinale in einem Satz beschreiben?

Die Berlinale ist das wichtigste Filmfestival in Europa, eine große Filmfest, wo die wichtigsten Filme des Jahres laufen. Außerdem ist die Berlinale eine Ressource für viele kleinere Festivals, wo alles gefunden werden kann was man braucht, von den neusten queeren Filmen bis hin zu Kontakten zu Filmvertrieben.

Was war dein erster Kontakt mit dem TEDDY AWARD?

Der serbische Film „Marble Ass“ mit Vjeran Miladinovic Merlinka in der Hauptrolle bekam 1995 den TEDDY AWARD. Merlinka wurde 2003 umgebracht und wir haben 2009 unser festival nach ihr benannt. Es war so wichtig, dass dieser Film den TEDDY AWARD bekommen hat. .

Was bedeutet der TEDDY AWARD in deinen Augen? Wofür steht er? Was macht ihn einzigartig?

Der TEDDY AWARD ist ein Teil der Filmgeschichte, aber auch der LGBT Bewegung und der queeren Kunstgeschichte. Der TEDDY macht viele queere Low-Budget-Filme bekannt und hat vielen Filmemacher*innen Bestätigung gegeben, queere Filme zu machen. Awards sind oft Ehrungen von großartigen Filmen, aber beim TEDDY ist das gleichzeitig ein Beitrag zum besseren Schicksal des Filmes. Wir leben immer noch in einer homophoben Welt, wo wir manchmal die queeren Aspekte eines Filmes verstecken müssen, wenn wir erfolgreich sein wollen. TEDDY trägt zum Erfolg bei, ohne queere Aspekte zu verstecken. Und das ist auch gut so.