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Tag 10: Macht Kaputt was euch kaputt macht

Was für eine schöne Nacht meine Freunde! Was für eine spektakuläre Preisverleihung! Conchita Wurst war da, Udo Kier und sogar Andrea Nahles (auch wenn sie in dieser Liste ein bisschen aus der Reihe tanzt). Die TEDDY-Trophäen wurden vergeben und  wir haben wirklich getanzt bis die Zehen bluteten!

Deswegen heute vielleicht was ruhiges…zum Beispiel ins Kino? Also ich hätte Lust. Vielleicht etwas um unser politisches Bewusstsein zu schärfen. Wie wäre es mit dem Dokumentarfilm „Mein wunderbares West-Berlin“? In diesem Film lässt Jochen Hick Erinnerungen an eine Zeit aufleben, in der noch wild gekämpft wurde. Sein Film erzählt unter anderem von der „Homosexuellen Aktion Westberlin“ die 1971 gegründet  wurde und sich für die ersatzlose Streichung des §175  einsetzte. Jochen Hick nimmt uns mit in eine Zeit in der Berlin ein absolut magischer aber vor allem sehr politischer Raum war. Legenden besagen übrigens, dass die „HAW“ auf den Berliner Filmfestspielen gegründet wurde, nach der Vorstellung des Films „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ von Rosa von Praunheim. Vielleicht gründet ihr ja eine politische Bewegung nachdem ihr diesen Film gesehen habt! Wer weiß…

Unten findet ihr das heutige Programm.


Bing Lang Xue
The Taste of Betel Nut

Hong Kong, China 2017
84′
Director: Hu Jia

Li Qi arbeitet bei einer Delphinshow, sein Freund Ren Yu fährt mit dem Karaokemobil den Surferstrand der chinesischen Insel Hainan entlang, auf der die beiden jungen Männer wohnen. Rens Ähnlichkeit mit dem Filmstar Leslie Cheung begeistert die Touristen: Sie zahlen dafür, sich mit ihm fotografieren zu lassen – oder betrinken sich mit ihm. Als sich zu dem polyamourösen Liebespaar eine junge Frau gesellt, ändert das zunächst nicht viel. Auch eine offene Dreierbeziehung scheint möglich. Gemeinsam loten Li Qi, Ren Yu und Bai Ling die Grenzen einer restriktiven Gesellschaft ebenso wie die ihrer eigenen Sexualität aus. Doch dann passiert etwas, das die Beteiligten jäh und nachhaltig erschüttert … Regisseur Hu Jia porträtiert eine Generation, die sich geradezu beiläufig zwischen Traditionen und mutig-alternativer Lebensart bewegt. Die ungewöhnliche Szenerie lädt er von Anfang an mit Spannung auf. Über weite Strecken dialogfrei, ist der Film voller kleiner Gesten, die Großes aussagen. In ruhigen und expliziten Bildern erzählt er von Liebe, Sex, Vertrauen und brutaler Gewalt – und zeigt den chinesischen Alltag auf eine Weise, wie man es im Kino selten sieht.

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18.02. / 22:30 CinemaxX 7


Bones of Contention
Bones of Contention

USA 2017
75′
Director: Andrea Weiss

Kilometerlang säumen ungekennzeichnete Massengräber Spaniens Landstraßen, in denen über 120.000 Opfer des Franco-Regimes verschüttet liegen. Unter ihnen ist auch der weltberühmte spanische Schriftsteller Federico García Lorca, der in den ersten Tagen des Spanischen Bürgerkriegs von Faschisten erschossen wurde. Das Rätsel um den Verbleib seiner sterblichen Überreste macht ihn zur Symbolfigur im Bemühen um das Erinnern und Aufdecken verborgener Schicksale von Schwulen und Lesben unter Franco, die weit über das Ende der Diktatur hinaus gewaltsamen Repressionen ausgesetzt waren. Spanien, das heute im Umgang mit Homosexualität zu den fortschrittlichsten Ländern gehört, verweigert nach wie vor eine umfassende strafrechtliche Aufarbeitung seiner dunklen Vergangenheit. Einfühlsam verschafft Andrea Weiss Francos Opfern aus der LGBTIQ*- Community Gehör. Der Film zeigt ihre Lebensgeschichten im Kampf um Aufklärung, Gerechtigkeit und Menschenrechte sowie den anhaltenden Streit um eine würdige Neubestattung der verschwundenen Ermordeten. Beeindruckendes Archivmaterial dokumentiert die verdrängte historische Realität, die in Lorcas Dichtungen und Musik schmerzvollen Widerhall findet

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18.02. / 12:30 CinemaxX 7


Ceux qui font les révolutions à moitié n’ont fait que se creuser un tombeau
Those Who Make Revolution Halfway Only Dig Their Own Graves

Canada
183′
Director: Mathieu Denis, Simon Lavoie

„Nach zwölf Wochen Streik, Versammlungen, Solidarität, Verhaftungen, Protest, was haben wir erreicht? Nichts.“ Nach dem Verebben der studentischen Protestbewegung des Ahorn-Frühlings in Quebec, braut sich ein dunkler Sturm der Gewalt zusammen. In frustrierender Ohnmacht und Sehnsüchten nach einem anderen Leben formen Klas Batalo, Ordine Nuovo, Tumulto und Giutizia eine avantgardistische Splittergruppe. Ihre tief sitzende Ablehnung der herrschenden Verhältnisse findet in Aktionen zwischen Spaßguerilla und Molotowcocktails einen ambivalenten politischen Ausdruck. In einer bildgewaltigen, an einem Jahrhundert politischer Ästhetik geschulten Collage aus Szenen und dokumentarischen Fragmenten wird die Isolation der vier spürbar. Auf ihrem von Idealen und Zweifeln geprägten Weg richtet sich der Gestus des Radikalen zunehmend nach innen.

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18.02. / 20:00 HKW


Chavela
Chavela

USA 2017
90′,
Director: Catherine Gund, Daresha Kyi

Hauptsächlich durch die Darbietung traditioneller, ursprünglich von Männern vorgetragener Rancheras wurde die Sängerin Chavela Vargas erst in Mexiko und später weltweit bekannt. Die Lieder, die meist von unerfüllter Liebe zu Frauen, Weltschmerz und Einsamkeit handeln, trug sie mit einem einzigartigen Gefühl für Rhythmik und markant-rauer, zugleich verletzlicher Stimme vor. Ihr burschikoses Auftreten und der Poncho machten sie unverwechselbar. In Acapulco, in den 1960er-Jahren Treffpunkt für Prominenz aus Politik und Kultur, verkehrte sie mit zahlreichen Berühmtheiten und verdrehte mit ihrem Charme und ihrer auffallenden Schönheit Frida Kahlo oder Ava Gardner den Kopf. Nach einer 13-jährigen, dem intensiven Alkoholgenuss geschuldeten Auftrittspause wurde sie Anfang der 1990er-Jahre wiederentdeckt. Sie hatte ein beeindruckendes Comeback und war Muse von Künstlern und Regisseuren wie Pedro Almodóvar. Aus teils unveröffentlichtem Material und Interviews mit Chavela selbst, ihren Weggefährten, Kolleginnen und Partnerinnen entstand ein liebevolles Porträt der charismatischen und zeitlebens offen lesbisch lebenden Ausnahmekünstlerin, die 2012 im Alter von 93 Jahren starb.

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18.02. / 17:00 CineStar 7


Cuateros
Rustlers

Argentina 2016
85′
Director: Albertina Carri

Albertina Carri plant einen Film über Isidro Velázquez, den legendären Banditen aus Nordargentinien, der 1967 von der Polizei erschossen wurde. Interessant ist er nicht nur für sie: Ihr Vater, der Soziologe Roberto Carri, schrieb ein Buch über ihn mit dem Titel „Prärevolutionäre Formen der Gewalt“ und es gibt einen Film zu seiner Geschichte. Sowohl ihr Vater als auch der Film verschwanden während der Militärdiktatur. Legenden, Familien, politische Ausrichtungen, Film: nichts bietet Halt und Carris Nachforschungen gleichen einer Wanderung durch einen Garten verzweigter Pfade, bevor sie in einer ausgetrockneten Landschaft voller Dornen enden. Aber Carris Erzählweise hat sich ohnehin gewandelt, eine Mutter berichtet anders als eine Tochter. Legenden, Familien, politische Ausrichtungen, Film: Alle produzieren Bilder, diese erscheinen auf der Leinwand, über einen Kanal, drei Kanäle, fünf. Das Material ist aus einem wunderbar exzentrischen Archiv zusammengepückt: Nachrichten, Werbung, Heimvideos, Interviews, Kinolme, abstrakte Formen. Die Bilder könnten aus alten, verschollenen, neuen, möglichen, unmöglichen Filmen stammen; andere Bilder kommen für diesen Film einfach nicht in Frage.

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18.02. / 15:00 Kino Arsenal 1


Dream Boat
Dream Boat

Germany 2017
92′
Director: Tristan Ferland Milewski

Eine Woche auf einem Kreuzfahrtschiff, mit Partys, Spaß und neuen Freundschaften: Es handelt sich um eine exklusiv schwule Reisegesellschaft und Themen wie Identität, Körperlichkeit und die Suche nach Sex spielen eine besondere Rolle. Jeden Abend fordert ein neues Motto die Passagiere zu extravaganten Verkleidungen und knappen Outfits heraus, doch in den Kabinen geht es auch unter die Oberfläche, und ganz Privates kommt zutage. So will der junge Pole Marek als Mensch akzeptiert und geliebt werden, und nicht wegen seines gestählten Körpers. Dipankar aus Indien, der erst seit kurzem zu seiner Homosexualität steht, und der Palästinenser Ramzi nutzen den Freiraum aus, den sie aus den homophoben Gesellschaften ihrer Heimatländer nicht kennen. Der HIV-positive Martin reflektiert über Hedonismus, während Philippe aus Frankreich das Treiben auf dem Boot abgeklärt aus seinem Rollstuhl beobachtet. In seinem Kinofilmdebüt gelingt Regisseur Tristan Ferland Milewski ein Blick hinter die Kulissen einer zunächst oberflächlich erscheinenden Welt. Er baut mit Witz eine Nähe zu den Männern auf, die offen über schwules Begehren, freie Liebe und ganz altmodische Zweierbeziehungen reden.

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18.02. / 20:00 CineStar 7


Final Stage
Final Stage

Germany 2017
27′
Director: Nicolaas Schmidt

Die Gegenwart, die reine Gegenwart und nichts als die Gegenwart: Ein Jugendlicher auf einer Fußgängerbrücke, ein Bus fährt ab, der Freund ist weg. Anschließend eine majestätisch anmutende Parade durch ein Einkaufszentrum. Diese zentrale Einstellung des Films ist ein fragiler Balanceakt zwischen dokumentarischer Beobachtung und subtiler Inszenierung. Eine offensichtliche Spaltung von Bild und Ton lässt das Geschehen nurmehr als Konstrukt einer vermeintlich vertrauten Realität erscheinen. Der Gang des Jungen – und auch der Lauf des Films – sind eingebettet in eine maximal pathetische und minimal narrative Dramaturgie der Farben. Leuchtende Flächen leiten die einzelnen Sequenzen ein: Blau. Grün. Gelb. Orange. Rot.

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18.02. / 12:00 Colosseum 1


Freak Show
Freak Show

USA 2017
95′
Director: Trudie Styler

„Fabelhaft zu sein, nein: unerbittlich fabelhaft zu sein, ist verdammt harte Arbeit. Ich muss es wissen. Ich habe mein Leben ganz der Verfolgung dieses Ziels gewidmet.“ Könnte Billy Bloom so sein wie alle anderen, wenn er wollte? Es würde ihm eine Menge Ärger ersparen. Fest steht: Er will nicht. Als theatralisch bezeichnet zu werden, nimmt er als Kompliment, und irgendwie spornt es ihn auch an, dass seine Mitschüler seine Lust auf Abweichung als Provokation auffassen. „Der Nagel, der heraussteht, wird eingeschlagen“, warnt ihn sein Vater. Das hält Billy nicht davon ab, sich für die Wahl zur Homecoming Queen aufstellen zu lassen. Irgendwo zwischen David Bowie, Lady Gaga, Freddy Mercury und Oscar Wilde, im transgressiven Raum der Popkultur, erzählt Freak Show, als High-School-Komödie verkleidet, mit Witz, Herz und schillerndem Cast von der Gewalt des Konformismus und der Kraft des Selbstentwurfs.

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18.02. / 15:30 Zoo Palast 1


God’s Own Country
God’s Own Country

Great Britain 2017
104′
Director: Francis Lee

Der junge Johnny bewirtschaftet die Farm seines kranken Vaters im englischen Yorkshire. Die Kommunikation zwischen Vater und Sohn ist den widrigen Lebens- und Arbeitsumständen angepasst: Knapp und rau werden meist Worte der Kritik oder Bevormundung an den Sohn gerichtet. Die Großmutter leistet stoisch ihren Teil. Frustriert geht der isolierte Johnny seinem harten Tagesgeschäft nach, hat unverbindlichen Sex mit Männern oder betrinkt sich im lokalen Pub, um seinem Alltag zu entfliehen. Als im Frühjahr der gleichaltrige Gheorghe aus Rumänien als Aushilfe für die Saison anheuert, begegnet Johnny dem Fremden zunächst mit Misstrauen. Die anfänglichen Spannungen zwischen den Männern weichen jedoch bald einer intensiven Beziehung, die Johnny neue Perspektiven eröffnet, ihn aber auch vor weitere Herausforderungen stellt. Francis Lee zeigt in seinem Langfilmdebüt den entbehrungsreichen Farm-Alltag in authentischen Bildern. Er konzentriert sich dabei auf Blicke und Gesten seiner Charaktere und ihre unmittelbare Körperlichkeit. Die archaische Landschaft von „God’s Own Country“, wie die Einheimischen die ehemalige Grafschaft nennen, wird zum Spiegelbild innerer Tumulte.

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18.02. / 12:00 Zoo Palast 2


Mein wunderbares West-Berlin
My Wonderful West Berlin

Germany 2017
97
Director: Jochen Hick
Cast: Romy Haag, Maximilian Lenz, Ades Zabel

Im West-Berlin der 1960er-Jahre gab es Lokale, in denen Männer unter sich sein konnten, und es wurde zum Magneten für junge Schwule. Heute noch aktive Protagonisten von damals lassen Erinnerungen an ihre ersten Jahre in der Stadt aufleben. Es sind Erinnerungen an eine Szene, die sie sich unentwegt erkämpften, und an deren Wandel bis zum Mauerfall. Aus der Konfrontation mit massiver gesellschaftlicher Repression erwächst in den 1970ern ein schwules Selbstbewusstsein: Die „Homosexuelle Aktion Westberlin“ setzt sich für eine Streichung des § 175 und die Überwindung des Patriarchats ein. In Ruinen entstehen neue Wohn- und Lebensformen wie Männerkommunen oder das Tuntenhaus. Klappensex, Ost-WestBeziehungen, Lederbars, Drag-Aktionen in der U-Bahn: Eine anarchische Freude überstrahlt die Leiden der Vergangenheit. Ein Jahrzehnt später trifft die Krankheit Aids auch Berlin. Nach Out in Ost-Berlin erkundet Jochen Hick die queere Lebenssituation im damaligen Westteil der Stadt und die Wurzeln jener Faszination, die die Metropole bis heute zum Zufluchtsort nicht nur für schwule Männer macht. Spannende Zeitreise mit zum Teil noch unveröffentlichtem Archivmaterial.

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18.02. / 22:30 CineStar 7


The Misandrists
The Misandrists

Germany 2017 91′
Director: Bruce LaBruce
Cast: Susanne Sachsse, Viva Ruiz, Kembra Pfahler, Caprice Crawford

Somewhere in Ger(wo)many … Eine weiblich-radikale „Army of Lovers“ rüstet sich zur letzten Revolution. Man, nein, frau diskutiert, agitiert, menstruiert, sinniert über den Untergang des Patriarchats, paukt eingeschlechtliche Fortflanzung und hat Sex. Dass ausgerechnet ein junger Soldat im Feminist*innenkloster Zufucht sucht und sich auch noch eine der Kämpferinnen als Polizeispitzel herausstellt, bringt die strenge Vorsteherin aufs Parkett. Und „Big Mother“ is not amused: „Zwei Schwänze! Und ein Bulle! In unserem Haus! Das ist unerträglich!“ Doch eine Frage bleibt: Kann es innerhalb eines korrupten Systems überhaupt Gleichheit geben? Oder müssen vorher ein paar Schwänze rollen?! Als ob Valerie Solanas einen „Schulmädchenreport“ inszeniert hätte: Bruce LaBruces neuester Streich handelt von der Utopie einer männerlosen Welt. Der kanadische Regisseur, erfahrene Berlinale-Gast und Teddy-Award-Gewinner (für Pierrot Lunaire) präsentiert eine anarchistische Protagonist*innenriege, der politische Parolen genauso leicht von den Lippen gehen wie religiöse Akklamationsformeln: Ihre Predigten schließen sie natürlich mit „A(wo)men“. Sarkastisch, urkomisch – und as queer as it gets.

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18.02. / 22:00 Zoo Palast 2


Pieles
Skins

Spain 2017
77′
Director: Eduardo Casanova
Cast: Ana Polvorosa, Candela Peña, Carmen Machi, Macarena Gómez

Samantha, Guille, Ana und Cristian haben etwas gemeinsam und könnten doch unterschiedlicher nicht sein. Ihre Körper sind anders als die der anderen. Ob es nun der Mund ist, die linke Gesichtshälfte, die Beschaffenheit der Haut oder das Gefühl, dass die Beine nicht zum eigenen Körper gehören. Sie alle leben und lieben im Versteckten, in sonderbar künstlichen Interieurs, und trauen sich als „Freaks“ nur selten auf die Straße. Denn die Konfrontation mit dem Rest der Welt könnte fatale Folgen haben. In der streng symmetrisch kadrierten, rosa und lila ausgestatteten Welt des Regisseurs Eduardo Casanova geht es um die „Deformierten“, zu denen auch Dicke, Kleine oder eine Frau mit zugewachsenen Augen, die als Sexarbeiterin arbeitet, zählen. Das episodische Langlmdebüt des Spaniers ist eine Weiterentwicklung seiner vorherigen Kurzlmarbeiten und beschäftigt sich in bewusst artiziellen Bildern mit Menschen, denen in ihrem gesellschaftlichen Außenseitertum nur wenige geschützte Räume bleiben. Allerdings ist die Situation nicht so aussichtslos, wie es anfangs scheint, und Schönheit ein Begriff, der im Laufe des Films mehr als eine Neuinterpretation erfährt.

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18.02. / 22:45 Cubix 8


La prima sueca
Swedish Cousin

Argentina 2016
20′
Director: Inés María Barrionuevo, Agustina San Martín
Cast: María Paula Mattio, Cecilia Valenzuela Gioia, Ámbar Taborda Ceballos, Nazarena García

Nicht mehr lang bis zu Catas 15. Geburtstag! Mit jedem Tag wird sie nervöser, alles missfällt ihr, das Kleid, die Ausgelassenheit ihrer Freundinnen. Auch die besonnene und zurückhaltende Cousine aus Schweden stört nur. Doch langsam weicht Catas Trübsinn einer zaghaften Annäherung. In einer sinnlichen Beobachtung fangen die beiden Regisseurinnen behutsam jugendliche Gefühlswallungen und Irritationen ein.

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18.02. / 11:00 CinemaxX 1


Strong Island
Strong Island

USA/Denmark 2017
107′
Director: Yance Ford

Sie werde keine weiteren Aussagen zum Mord an William Ford machen und stehe auch für den Dokumentarfilm nicht zur Verfügung, sagt die Staatsanwältin zu Beginn des Films am Telefon zu Yance Ford. William war Yance Fords Bruder; seine Ermordung 1992 hat die Familie in eine Schockstarre versetzt. Nicht nur weil der junge Afro-Amerikaner von einem weißen Automechaniker aus offenbar nichtigem Anlass erschossen wurde, sondern auch wegen dem, was folgte. Mit subjektiver Kamera schildert Ford die Geschichte einer schwarzen Mittelschichtfamilie in einem Amerika, das nach wie vor von Ungerechtigkeit und Rassismus bestimmt ist. Er legt ein filmisches Puzzle an, bei dem sich die einzelnen Teile nicht zusammenfügen können. In einer Verbindung aus persönlichem Essay, detektivischer Suche und dokumentarischen Interviews mit Angehörigen und Freunden zeigt er das private und politische Stimmungsbild eines Landes von Ungleichen zu Zeiten Obamas. Konzentriert und oft in minimalistischer Formensprache erzählt Ford von der schwelenden Wut, der Trauerarbeit, von seinem eigenen Coming-out als Transgender – und von der Relativität von Chancengleichheit.

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18.02. / 17:30 Cubix 7


Ulrike‘s Brain
Ulrike‘s Brain

Germany/Canada 2017
55′
Director: Bruce LaBruce
Cast: Gertrude Stammheim, Susanne Sachsse, Jonathan Johnson, Saskia Timm

In Anspielung auf B-Movies der 1960er-Jahre wie They Saved Hitler’s Brain und The Brain That Would Not Die erzählt Ulrike’s Brain die Geschichte von Doktor Julia Feifer (Susanne Sachsse), die mit einem Behälter für Organtransporte unter dem Arm auf einer akademischen Konferenz auftaucht. In der Kiste befindet sich Ulrike Meinhofs Gehirn, das neben den Gehirnen dreier weiterer Führungskader der Roten Armee Fraktion nach deren Tod im Gefängnis Stammheim von den Behörden konfisziert wurde. Doktor Feifer empfängt telepathisch von Ulrikes Gehirn den Befehl, eine neue feministische Revolution anzuführen. Zu diesem Zweck ist sie auf der Suche nach dem idealen weiblichen Körper, in den sie das Gehirn einpflanzen kann. Zur gleichen Zeit erreicht auch Feifers Erzrivale, der ultra-rechte Ideologe Detlev Schlesinger, die Konferenz. Er wiederum ist im Besitz der Asche des ehemaligen deutschen Neonazi-Anführers und berüchtigten Homosexuellen Michael Kühnen, der 1989 an den Folgen von AIDS verstarb. Chaos bricht aus, als die zwei Frankensteinmonster der extremen Linken und Rechten aufeinander treffen.

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18.02. / 20:00 Kino Arsenal 1