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Alle Filme beim 31. TEDDY AWARD

Hier findet ihr alle Filme, die in diesem Jahr um einen TEDDY AWARD konkurrieren. Während der Berlinale werden zudem die Interviews mit den Filmemachern, Trailer und alle weiteren Infos hier zu finden sein.

Hier findet ihr den Link zum diesjährigen TEDDY AWARD Programmheft.

An Englishman in New York
An Englishman in New York

Great Britain/ USA 2008
74′
Director: Richard Laxton

1975: Der offen homosexuell lebende Autor Quentin Crisp hat mit seinen 66 Jahren gerade die Hoffnung aufgegeben, vielleicht doch noch berühmt zu werden, da macht ihn der überraschende Erfolg des britischen Fernsehfilms THE NAKED CIVIL SERVANT, der auf Quentins Leben basiert, über Nacht zum Star. Während Quentin erfolgreich eine ganze Nation dazu zwingt, sich zu outen, dämonisiert ihn diese dafür. Sie verweigert ihm, in die Anonymität zurückzukehren. Als Quentin schliesslich einer Einladung nach New York folgt, findet er sich in einem Land wieder, das ihn mit offenen Armen empfängt. Was man in London als außerirdisch ansieht, ist in New York normal, es sichert ihm sogar seine Aufenthaltsgenehmigung. Quentin wird zu einer festen Größe der New Yorker Gesellschaft. Als Kleinbühnendarsteller, fernab vom Broadway, unterweist er sein Publikum im „Glücklichsein“. Doch es ist ausgerechnet die Gay-Community, die ihn verurteilt… In einer seiner Shows beschreibt er eines Tages die noch unbekannte Krankheit AIDS als eine Art Modeerscheinung. Die Konsequenzen sind verheerend: Seine Erfolgsshow wird abgesetzt… Am Ende ist es die Freundschaft mit dem jungen homosexuellen Künstler Patrick Angus, die sich als Offenbarung erweist. Patrick ist auf der Suche nach dem Mann seines Lebens, eine Reise, die in Desillusionierung und Dekonstruktion endet. Patrick gesteht sich schliesslich ein, dass Quentin an einem Punkt recht zu haben scheint: Homosexuelle Liebe ist nicht möglich. Doch dann infiziert sich Patrick mit HIV…

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17.02. / 18.00 CinemaxX 6


Bing Lang Xue
The Taste of Betel Nut

Hong Kong, China 2017
84′
Director: Hu Jia

Li Qi arbeitet bei einer Delphinshow, sein Freund Ren Yu fährt mit dem Karaokemobil den Surferstrand der chinesischen Insel Hainan entlang, auf der die beiden jungen Männer wohnen. Rens Ähnlichkeit mit dem Filmstar Leslie Cheung begeistert die Touristen: Sie zahlen dafür, sich mit ihm fotografieren zu lassen – oder betrinken sich mit ihm. Als sich zu dem polyamourösen Liebespaar eine junge Frau gesellt, ändert das zunächst nicht viel. Auch eine offene Dreierbeziehung scheint möglich. Gemeinsam loten Li Qi, Ren Yu und Bai Ling die Grenzen einer restriktiven Gesellschaft ebenso wie die ihrer eigenen Sexualität aus. Doch dann passiert etwas, das die Beteiligten jäh und nachhaltig erschüttert … Regisseur Hu Jia porträtiert eine Generation, die sich geradezu beiläufig zwischen Traditionen und mutig-alternativer Lebensart bewegt. Die ungewöhnliche Szenerie lädt er von Anfang an mit Spannung auf. Über weite Strecken dialogfrei, ist der Film voller kleiner Gesten, die Großes aussagen. In ruhigen und expliziten Bildern erzählt er von Liebe, Sex, Vertrauen und brutaler Gewalt – und zeigt den chinesischen Alltag auf eine Weise, wie man es im Kino selten sieht.

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13.02. / 20:00 CinemaxX 7
14.02. / 22:45 CineStar 3
15.02. / 20:15 Cubix 8
18.02. / 22:30 CinemaxX 7


Bones of Contention
Bones of Contention

USA 2017
75′
Director: Andrea Weiss

Kilometerlang säumen ungekennzeichnete Massengräber Spaniens Landstraßen, in denen über 120.000 Opfer des Franco-Regimes verschüttet liegen. Unter ihnen ist auch der weltberühmte spanische Schriftsteller Federico García Lorca, der in den ersten Tagen des Spanischen Bürgerkriegs von Faschisten erschossen wurde. Das Rätsel um den Verbleib seiner sterblichen Überreste macht ihn zur Symbolfigur im Bemühen um das Erinnern und Aufdecken verborgener Schicksale von Schwulen und Lesben unter Franco, die weit über das Ende der Diktatur hinaus gewaltsamen Repressionen ausgesetzt waren. Spanien, das heute im Umgang mit Homosexualität zu den fortschrittlichsten Ländern gehört, verweigert nach wie vor eine umfassende strafrechtliche Aufarbeitung seiner dunklen Vergangenheit. Einfühlsam verschafft Andrea Weiss Francos Opfern aus der LGBTIQ*- Community Gehör. Der Film zeigt ihre Lebensgeschichten im Kampf um Aufklärung, Gerechtigkeit und Menschenrechte sowie den anhaltenden Streit um eine würdige Neubestattung der verschwundenen Ermordeten. Beeindruckendes Archivmaterial dokumentiert die verdrängte historische Realität, die in Lorcas Dichtungen und Musik schmerzvollen Widerhall findet

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15.02. / 17:00 CineStar 7
16.02. / 22:30 CineStar 7
17.02. / 17:30 Cubix 7
18.02. / 12:30 CinemaxX 7


Call me by your Name
Call me by your Name

Italy/France 2017
130′,
Director: Luca Guadagnino

Ein heißer, sonnendurchtränkter Sommer auf dem norditalienischen Landsitz von Elios Eltern im Jahr 1983. Der 17-Jährige hört Musik und liest Bücher, geht schwimmen und langweilt sich, bis eines Tages der neue Assistent seines Vaters aus Amerika in der großzügigen Villa ankommt. Der charmante Oliver, der wie Elio jüdische Wurzeln hat, ist jung, selbstbewusst und gutaussehend. Anfangs reagiert Elio eher kühl und abwehrend auf ihn, doch schon bald unternehmen die beiden öfter Ausflüge miteinander, und Elio beginnt zögerliche Annäherungsversuche, die zunehmend intimer werden – auch wenn man, wie Oliver sagt, „über solche Dinge nicht sprechen kann“. Die Anziehung zwischen den beiden wird im Laufe des kurzen Sommers immer intensiver. Regisseur Luca Guadagnino schrieb das Drehbuch zum gleichnamigen Roman des Autors André Aciman zusammen mit dem US-amerikanischen Regisseur James Ivory und Walter Fasano. Die Erinnerungen des Ich-Erzählers Elio übersetzt er in ruhige, stimmungsvolle Bilder. Hauptdarsteller des Dramas über ein unerwartetes Coming-out ist neben den Schauspielern Timothée Chalamet und Armie Hammer die verführerische Landschaft.

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13.02. / 21:30 Zoo Palast 1
14.02. / 12:00 CinemaxX 7
15.02. / 17:00 Cubix 9
17.02. / 17:00 Cubix 9
19.02. / 21:30 Zoo Palast 1


Casa Roshell
Casa Roshell

Mexico/Chile 2017
71′
Director: Camila José Donoso

Ein zweites Zuhause würde man hier nicht erwarten. Die Überwachungskamera zeigt einen trostlosen Eingang in einer unscheinbaren Straße in Mexiko-Stadt. Drinnen Discobeleuchtung und leere Tische. Aber die Vorbereitungen laufen schon und feste Rollen gibt es bald nicht mehr: Bartstoppeln verschwinden, Make-up wird aufgetragen, Haarsträhnen zurechtgezupft. Die Kamera ist nicht auf die Männer gerichtet, sondern darauf, wie sie sich im Spiegel sehen. Es bleibt Zeit für eine Übung, bevor die Party steigt: elegant zu laufen, sich die richtigen Buchstaben vorstellen und überlegen, was für eine Frau man sein möchte. Bei Musik und Drinks fallen dann die letzten Schranken: zwischen Mann und Frau, schwul, hetero und bi, Vergangenheit und Gegenwart, Wirklichkeit und Fiktion. Wie sie dasitzen und plaudern oder vorm Darkroom warten, erinnern sie an Filmfiguren, unerreichbar glamourös, was nicht bedeutet, ihre Geschichten seien nicht wahr. Das Filmmaterial, das die digitalen Bilder ablöst, wird zum Symbol für die Erinnerungen an die Casa Roshell und die Schemen all jener, die hierher kamen, um sich nicht mehr allein zu fühlen. Mag die Utopie klein sein, die Welt draußen hat noch einiges aufzuholen.

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10.02. / 20:00 Kino Arsenal 1
11.02. / 22:00 CinemaxX 4
13.02. / 22:00 Delphi Filmpalast
17.02. / 16:30 Akademie der Künste


Casting
Casting

Germany 2017
91′,
Director: Nicolas Wackerbarth

Für ihren ersten Fernsehfilm – ein Remake von Fassbinders Die bitteren Tränen der Petra von Kant – sucht Regisseurin Vera die Idealbesetzung. Doch kurz vor dem ersten Drehtag und nach zahlreichen Castings hat sie die Hauptrolle immer noch nicht gefunden. Während Produzent und Team an Vera verzweifeln, freut sich Gerwin über die Mehrarbeit. Denn er verdient sein Geld als Proben-Anspielpartner und spricht Dialogsätze für die prominenten Bewerberinnen ein. Als der männliche Hauptdarsteller plötzlich abspringt, wittert Gerwin seine Chance. Regisseur Nicolas Wackerbarth trifft Fassbinders Vorlage in ihrem vielschichtigen Wesen und schafft gleichzeitig ein ganz eigenes, tiefgründiges Werk. Casting wirft einen schonungslosen Blick in die Abgründe menschlicher Beziehungen, die gesteuert sind durch Macht, Leidenschaft und Verzweiflung. Doch ganz nebenbei fördert Wackerbarth auch bittere Wahrheiten über Kräfteverhältnisse und Abhängigkeiten in der deutschen Fernsehbranche zu Tage. Casting ist ein ebenso kluger wie unterhaltsamer Film, geprägt durch spannende Wendepunkte, Humor – und das atemberaubende Schauspiel eines virtuosen Ensembles.

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11.02. / 19:00 Delphi Filmpalast
13.02. / 11:00 CineStar 8
16.02. / 20:00 Colosseum 1
19.02. / 20:00 Cubix 9


Ceux qui font les révolutions à moitié n’ont fait que se creuser un tombeau
Those Who Make Revolution Halfway Only Dig Their Own Graves

Canada
183′
Director: Mathieu Denis, Simon Lavoie

„Nach zwölf Wochen Streik, Versammlungen, Solidarität, Verhaftungen, Protest, was haben wir erreicht? Nichts.“ Nach dem Verebben der studentischen Protestbewegung des Ahorn-Frühlings in Quebec, braut sich ein dunkler Sturm der Gewalt zusammen. In frustrierender Ohnmacht und Sehnsüchten nach einem anderen Leben formen Klas Batalo, Ordine Nuovo, Tumulto und Giutizia eine avantgardistische Splittergruppe. Ihre tief sitzende Ablehnung der herrschenden Verhältnisse findet in Aktionen zwischen Spaßguerilla und Molotowcocktails einen ambivalenten politischen Ausdruck. In einer bildgewaltigen, an einem Jahrhundert politischer Ästhetik geschulten Collage aus Szenen und dokumentarischen Fragmenten wird die Isolation der vier spürbar. Auf ihrem von Idealen und Zweifeln geprägten Weg richtet sich der Gestus des Radikalen zunehmend nach innen.

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12.02. / 20:00 HKW
13.02. / 14:30 CinemaxX 3
18.02. / 20:00 HKW


Chavela
Chavela

USA 2017
90′,
Director: Catherine Gund, Daresha Kyi

Director: Catherine Gund, Daresha KyiHauptsächlich durch die Darbietung traditioneller, ursprünglich von Männern vorgetragener Rancheras wurde die Sängerin Chavela Vargas erst in Mexiko und später weltweit bekannt. Die Lieder, die meist von unerfüllter Liebe zu Frauen, Weltschmerz und Einsamkeit handeln, trug sie mit einem einzigartigen Gefühl für Rhythmik und markant-rauer, zugleich verletzlicher Stimme vor. Ihr burschikoses Auftreten und der Poncho machten sie unverwechselbar. In Acapulco, in den 1960er-Jahren Treffpunkt für Prominenz aus Politik und Kultur, verkehrte sie mit zahlreichen Berühmtheiten und verdrehte mit ihrem Charme und ihrer auffallenden Schönheit Frida Kahlo oder Ava Gardner den Kopf. Nach einer 13-jährigen, dem intensiven Alkoholgenuss geschuldeten Auftrittspause wurde sie Anfang der 1990er-Jahre wiederentdeckt. Sie hatte ein beeindruckendes Comeback und war Muse von Künstlern und Regisseuren wie Pedro Almodóvar. Aus teils unveröffentlichtem Material und Interviews mit Chavela selbst, ihren Weggefährten, Kolleginnen und Partnerinnen entstand ein liebevolles Porträt der charismatischen und zeitlebens offen lesbisch lebenden Ausnahmekünstlerin, die 2012 im Alter von 93 Jahren starb.

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10.02. / 20:00 CineStar 7
11.02. / 14:30 CineStar 7
12.02. / 14:30 Colosseum 1
16.02. / 22:30 CinemaxX 7
18.02. / 17:00 CineStar 7
19.02. / 20:00 CineStar 7


Como Nossos Pais
Just Like Our Parents

Brazil 2017
102′,
Director: Laís Bodanzky

Rosa, Ende 30, Kind geschiedener Eltern, bewohnt mit ihrer Familie ein Apartment mitten in São Paulo. Da ihr Mann oft auf wenig einträglichen Forschungsreisen unterwegs ist, liegt die Versorgung ihrer beiden gemeinsamen Töchter bei ihr. Anstatt sich ihrer eigentlichen Berufung als Theaterautorin zu widmen, muss sie mit Werbetexten für Badkeramik ihren Unterhalt bestreiten. Sexuelle Koflikte in ihrer Partnerschaft, Probleme mit Arbeitsaufträgen und die bedürftige Künstlerseele ihres labilen Vaters stellen für Rosa eine immer größere Herausforderung dar. Als ihre Mutter ihr eines Tages eine unerwartete Eröffnung macht, beschließt Rosa, aus ihren gewohnten Verpflichtungen auszubrechen, und entdeckt, dass das Leben noch viele Überraschungen bereithält. Mit beeindruckender Natürlichkeit inszeniert Laís Bodanzky den Alltag dreier Generationen in Brasiliens größter Metropole zwischen individuellen Leidenschaften und Existenzlügen. Im Mittelpunkt steht das Porträt einer vom permanenten Erwartungsdruck überwältigten Frau, die sich auf die Suche begibt, um herauszufinden, wer sie wirklich ist.

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10.02. / 10:00 CinemaxX 7
11.02. / 19:30 International
12.02. / 17:00 Cubix 9
13.02. / 22:30 Colosseum 1
19.02. / 14:30 Cubix 9


Cuateros
Rustlers

Argentina 2016
85′
Director: Albertina Carri

Albertina Carri plant einen Film über Isidro Velázquez, den legendären Banditen aus Nordargentinien, der 1967 von der Polizei erschossen wurde. Interessant ist er nicht nur für sie: Ihr Vater, der Soziologe Roberto Carri, schrieb ein Buch über ihn mit dem Titel „Prärevolutionäre Formen der Gewalt“ und es gibt einen Film zu seiner Geschichte. Sowohl ihr Vater als auch der Film verschwanden während der Militärdiktatur. Legenden, Familien, politische Ausrichtungen, Film: nichts bietet Halt und Carris Nachforschungen gleichen einer Wanderung durch einen Garten verzweigter Pfade, bevor sie in einer ausgetrockneten Landschaft voller Dornen enden. Aber Carris Erzählweise hat sich ohnehin gewandelt, eine Mutter berichtet anders als eine Tochter. Legenden, Familien, politische Ausrichtungen, Film: Alle produzieren Bilder, diese erscheinen auf der Leinwand, über einen Kanal, drei Kanäle, fünf. Das Material ist aus einem wunderbar exzentrischen Archiv zusammengepückt: Nachrichten, Werbung, Heimvideos, Interviews, Kinolme, abstrakte Formen. Die Bilder könnten aus alten, verschollenen, neuen, möglichen, unmöglichen Filmen stammen; andere Bilder kommen für diesen Film einfach nicht in Frage.

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12.02. / 19:30 CinemaxX 4
14.02. / 22:00 Zoo Palast 2
15.02. / 14:00 Akademie der Künste
18.02. / 15:00 Kino Arsenal 1


Discreet
Discreet

USA 2017
81′
Director: Travis Mathews

In Fett brutzelnde Speckstreifen, eine junge Frau, die sich bei den Abonnenten ihres YouTube-Kanals bedankt, eine in schwarzen Mülltüten sauber verschnürte Leiche, die den Fluss hinuntertreibt – so klar die ersten Bilder in Travis Mathews’ Mystery-Thriller auch sein mögen, schälen sich die Zusammenhänge doch erst langsam und wie aus dem Unbewussten heraus. Die elliptisch montierten Geschichte, die um einen nicht mehr ganz jungen Mann kreist, ist mit einem unheimlichen Soundteppich unterlegt: Der Filmemacher Alex lebt in einem Van und stellt seine Kamera in ländlichen Regionen der USA im Niemandsland an den Highways auf. Als er seine ehemals alkoholabhängige Mutter besucht, erfährt er von ihr ein gut gehütetes Geheimnis. Und es gibt einen kleinen Jungen, zu dem Alex eine unerwartet intensive Beziehung aufbaut. Regisseur Mathews ist der Chronist einer schwulen, westlichen Moderne – von anonymem Sex zu Heteropornos in der Kabine oder als Dienstleistung im Zimmer eines Motels. Ein kleines Haus, eine Existenz am Rande der Gesellschaft, im Radio hört man immer wieder die rechten Parolen gegen alles, was nicht weiß und heterosexuell ist, hier in Texas.

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11.02. / 22:30 CinemaxX 7
12.02. / 17:45 CineStar 3
13.02. / 20:15 Cubix 7
13.02. / 20:15 Cubix 8
14.02. / 22:30 Colosseum 1
15.02. / 20:00 International


Dream Boat
Dream Boat

Germany 2017
92′
Director: Tristan Ferland Milewski

Eine Woche auf einem Kreuzfahrtschiff, mit Partys, Spaß und neuen Freundschaften: Es handelt sich um eine exklusiv schwule Reisegesellschaft und Themen wie Identität, Körperlichkeit und die Suche nach Sex spielen eine besondere Rolle. Jeden Abend fordert ein neues Motto die Passagiere zu extravaganten Verkleidungen und knappen Outfits heraus, doch in den Kabinen geht es auch unter die Oberfläche, und ganz Privates kommt zutage. So will der junge Pole Marek als Mensch akzeptiert und geliebt werden, und nicht wegen seines gestählten Körpers. Dipankar aus Indien, der erst seit kurzem zu seiner Homosexualität steht, und der Palästinenser Ramzi nutzen den Freiraum aus, den sie aus den homophoben Gesellschaften ihrer Heimatländer nicht kennen. Der HIV-positive Martin reflektiert über Hedonismus, während Philippe aus Frankreich das Treiben auf dem Boot abgeklärt aus seinem Rollstuhl beobachtet. In seinem Kinofilmdebüt gelingt Regisseur Tristan Ferland Milewski ein Blick hinter die Kulissen einer zunächst oberflächlich erscheinenden Welt. Er baut mit Witz eine Nähe zu den Männern auf, die offen über schwules Begehren, freie Liebe und ganz altmodische Zweierbeziehungen reden.

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11.02. / 14:45 Colosseum 1
12.02. / 14:00 International
17.02. / 12:30 CinemaxX 7
18.02. / 20:00 CineStar 7


EMO the Musical
EMO the Musical

Australia 2016
94′
Director: Neil Triffett

„Wie sollen wir wissen, ob du es ernst meinst?“ · „An meiner letzten Schule habe ich versucht mich aufzuhängen, und sie haben mich rausgeschmissen.“ · „Willkommen in der Band.“ Nach einer lobenden Erwähnung für den besten Kurzfilm von der Generation-Jugendjury 2014 ist aus der ironisch beschwingt erzählten Liebesgeschichte inzwischen ein Spielfilm geworden. Ethan, ein depressiv-sensibler Emo mit suizidalen Neigungen, spielt mit Gleichgesinnten in einer Schülerband harten, düsteren Rock. Gut-drauf-Sein geht hier gar nicht. Aber genau das ist die immer fröhliche Mitschülerin Trinity, die mit ihrer sanften Stimme erbauliche Lieder in einer christlichen Jugendgruppe singt. Trinity und Ethan, keiner wird das verstehen, geschweige denn akzeptieren! Und doch ist es um die beiden geschehen, als sie sich zum ersten Mal begegnen. Die unmögliche Verbindung bringt an ihrer ziemlich verrückten Schule einiges in Bewegung.

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11.02. / 17:00 HKW
12.02. / 15:30 Filmtheater am Friedrichshain
15.02. / 14:00 CinemaxX 3


Final Stage
Final Stage

Germany 2017
27′
Director: Nicolaas Schmidt

Die Gegenwart, die reine Gegenwart und nichts als die Gegenwart: Ein Jugendlicher auf einer Fußgängerbrücke, ein Bus fährt ab, der Freund ist weg. Anschließend eine majestätisch anmutende Parade durch ein Einkaufszentrum. Diese zentrale Einstellung des Films ist ein fragiler Balanceakt zwischen dokumentarischer Beobachtung und subtiler Inszenierung. Eine offensichtliche Spaltung von Bild und Ton lässt das Geschehen nurmehr als Konstrukt einer vermeintlich vertrauten Realität erscheinen. Der Gang des Jungen – und auch der Lauf des Films – sind eingebettet in eine maximal pathetische und minimal narrative Dramaturgie der Farben. Leuchtende Flächen leiten die einzelnen Sequenzen ein: Blau. Grün. Gelb. Orange. Rot.

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12.02. / 22:00 CinemaxX 3
17.02. / 16:30 CinemaxX 3
18.02. / 12:00 Colosseum 1
19.02. / 16:00 International


Fluidø
Fluidø

Germany 2017
80′
Director: Shu Lea Cheang

Im Jahr 2060 ist die Welt von Aids befreit. Allerdings sind bei einigen Menschen die HI-Viren zu einem Gen mutiert, aus dem sich eine Droge gewinnen lässt, die zum Rauschmittel des 21. Jahrhunderts geworden ist. Eine Geheimpolizei versucht mithilfe virtuell unterstützter Direktkontrollen zu ermitteln, wer Träger*in dieses Gens ist. Währenddessen müssen anderenorts junge Männer an ein Kabelsystem gefesselt Sperma für die Gewinnung marktbeherrschender Pharmazeutika produzieren. Die in Taiwan geborene Multimediakünstlerin und Filmemacherin Shu Lea Cheang hat in Berlin einen dystopischen Science-Fiction gedreht, bei dem es um die Macht von Körperflüssigkeiten und um deren Gewinnung geht. In Form einer orgiastischen Oper inszeniert sie einen atemlosen Reigen aus Körpern, Sekreten, Performances und sexuellen Akten, die oft im Dienste einer übergeordneten Ökonomie stehen. Ein über weite Strecken experimentelles und ungewöhnliches, auf konsequente Art parapornografisches Drama, in dem die Grenzen zwischen den Geschlechtern sowie zwischen homo-, hetero-, bi, trans- oder intersexuell kontinuierlich verschwimmen.

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14.02. / 22:45 CinemaxX 7
15.02. / 20:15 CineStar 3
16.02. / 22:45 Cubix 7
16.02. / 22:45 Cubix 8


Freak Show
Freak Show

USA 2017
95′
Director: Trudie Styler

„Fabelhaft zu sein, nein: unerbittlich fabelhaft zu sein, ist verdammt harte Arbeit. Ich muss es wissen. Ich habe mein Leben ganz der Verfolgung dieses Ziels gewidmet.“ Könnte Billy Bloom so sein wie alle anderen, wenn er wollte? Es würde ihm eine Menge Ärger ersparen. Fest steht: Er will nicht. Als theatralisch bezeichnet zu werden, nimmt er als Kompliment, und irgendwie spornt es ihn auch an, dass seine Mitschüler seine Lust auf Abweichung als Provokation auffassen. „Der Nagel, der heraussteht, wird eingeschlagen“, warnt ihn sein Vater. Das hält Billy nicht davon ab, sich für die Wahl zur Homecoming Queen aufstellen zu lassen. Irgendwo zwischen David Bowie, Lady Gaga, Freddy Mercury und Oscar Wilde, im transgressiven Raum der Popkultur, erzählt Freak Show, als High-School-Komödie verkleidet, mit Witz, Herz und schillerndem Cast von der Gewalt des Konformismus und der Kraft des Selbstentwurfs.

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13.02. / 17:00 HKW
14.02. / 16:30 CinemaxX 3
18.02. / 15:30 Zoo Palast 1
19.02. / 15:30 Cubix 8


God’s Own Country
God’s Own Country

Great Britain 2017
104′
Director: Francis Lee

Der junge Johnny bewirtschaftet die Farm seines kranken Vaters im englischen Yorkshire. Die Kommunikation zwischen Vater und Sohn ist den widrigen Lebens- und Arbeitsumständen angepasst: Knapp und rau werden meist Worte der Kritik oder Bevormundung an den Sohn gerichtet. Die Großmutter leistet stoisch ihren Teil. Frustriert geht der isolierte Johnny seinem harten Tagesgeschäft nach, hat unverbindlichen Sex mit Männern oder betrinkt sich im lokalen Pub, um seinem Alltag zu entfliehen. Als im Frühjahr der gleichaltrige Gheorghe aus Rumänien als Aushilfe für die Saison anheuert, begegnet Johnny dem Fremden zunächst mit Misstrauen. Die anfänglichen Spannungen zwischen den Männern weichen jedoch bald einer intensiven Beziehung, die Johnny neue Perspektiven eröffnet, ihn aber auch vor weitere Herausforderungen stellt. Francis Lee zeigt in seinem Langfilmdebüt den entbehrungsreichen Farm-Alltag in authentischen Bildern. Er konzentriert sich dabei auf Blicke und Gesten seiner Charaktere und ihre unmittelbare Körperlichkeit. Die archaische Landschaft von „God’s Own Country“, wie die Einheimischen die ehemalige Grafschaft nennen, wird zum Spiegelbild innerer Tumulte.

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11.02. / 14:30 Cubix 9
14.02. / 20:00 CinemaxX 7
15.02. / 22:45 CineStar 3
16.02. / 20:15 Cubix 7
16.02. / 20:15 Cubix 8
18.02. / 12:00 Zoo Palast 2


I Am Not Your Negro
I Am Not Your Negro

France/USA/Belgium/Switzerland 2016
93′
Director: Raoul Peck

Im Juni 1979 beginnt der bedeutende US-Autor James Baldwin seinen letzten, unvollendet gebliebenen Text „Remember This House“. Mit persönlichen Erinnerungen an seine drei ermordeten Bürgerrechtler-Freunde Malcolm X, Medgar Evers und Martin Luther King und Reflexionen der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Schwarzer schreibt er die Geschichte Amerikas neu. Raoul Peck inszeniert die 30 bislang unveröffentlichten Manuskriptseiten mit einer fulminanten Collage von Archivfotos, Filmausschnitten und Nachrichten-Clips: die Boykottinitiativen und den Widerstand gegen die Rassentrennung in den 1950er- und 60er-Jahren, die Unsichtbarkeit von Schwarzen in den Kinomythen Hollywoods, afroamerikanische Proteste gegen weiße Polizeigewalt bis in die jüngste Gegenwart, Baldwins kompliziertes Verhältnis zur Black-Power-Bewegung, den paranoiden Blick eines FBI-Berichts auf dessen Homosexualität. Ein prägnanter und verstörender Essay über die bis heute vom Mainstream weitgehend ausgeblendete Wirklichkeit schwarzer Amerikaner. Samuel L. Jacksons Stimme verleiht der poetisch-meditativen Sprache Baldwins einen angemessenen Ausdruck.

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15.02. / 17:00 International
16.02. / 11:00 CineStar 7
17.02. / 14:30 Colosseum 1
19.02. / 14:30 Zoo Palast 2


La Isla Santa Maria 3D (Installation)
La Isla Santa Maria 3D

Canada 2016
18′
Director: Oliver Husain
Cast: Liz Peterson, Naishi Wang

Die Isla Santa Maria ist – wenn man dem Mythos Glauben schenkt – eine Insel, die aus dem Wrack des Nachbaus eines der Schiffe Christopher Columbus’ entstand, der für die World’s Columbian Exposition 1893 in Chicago angefertigt wurde. Ausgehend von diesem Mythos verknüpft Isla Santa Maria 3D zwei historische Ereignisse, die die Art, wie wir die Welt sehen, neu ordneten: Columbus’ brutales koloniales Vermächtnis und die Entwicklung perspektivischer Zeichnung und stereoskopischer Bilder. Die Figuren, die den Film bevölkern – ein tanzender Konquestador, ein als schwebendes Hologramm erscheinendes Orakel, eine Gruppe Repräsentant*innen eines fremden Planeten und eine Gruppe viktorianischer Müßiggänger*innen am Strand – sind aus der Zeit gerissen, hinein in eine non-lineare Erzählung, in der sich Geschichte, Wahrheit und Fantasie zu einer Neuerfindung der Zukunft vermengen.

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Eröffnung: 8.2. / 19.00 Akademie der Künste


Die Jungfrauenmaschine
Virgin Machine

Germany 1988
84′
Director: Monika Treut
Cast: Ina Blum, Marecelo Uriona, Gad Klein, Mona Mur

Dorothee Müller, eine junge Hamburger Journalistin, ist ihres aufdringlichen Liebhabers Heinz überdrüssig. Arglos und in aller Unschuld macht sie sich an eine Untersuchung über romantische Liebe – ist sie nur eine „Krankheit der Frauen“? Schauplätze ihrer Recherche sind unter anderem die Praxis eines genusssüchtigen Hormonforschers und das Affenhaus im Zoo. Weil sie keine befriedigenden Antworten auf ihre Fragen findet, entschließt sich Dorothee, die Alte Welt zu verlassen. Sie reist nach Kalifornien und setzt hier ihre Untersuchung mit Interviews und durch Selbstbeobachtung fort. Im lebenslustigen San Francisco trifft sie drei bemerkenswerte Frauen: Dominique, eine verschmitzte Ungarin, die sich über die deutsche Arbeitsmoral mokiert und ihr als hilfreiche Freundin zur Seite steht, Susie Sexpert, die Spezialistin für sexuelle Genüsse, mit ihrer erstaunlichen Dildosammlung, und schließlich die attraktive Ramona, die in einem Lesbenlokal einen heißen Strip als Dragking hinlegt. Am Ende der Reise hat Dorothee ihre eigene Sexualität neu entdeckt und einige Illusionen hinter sich gelassen.

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15.02. / 22:00 Zoo Palast 2


Karera ga Honki de Amu toki wa
Close-Knit

Japan 2017
127′
Director: Naoko Ogigami
Cast: Toma Ikuta, Rinka Kakihara, Kenta Kiritani

Die elfjährige Tomo ist auf sich allein gestellt. In der Spüle stapelt sich das dreckige Geschirr und zu essen gibt es wieder einmal nur Onigiri aus dem Supermarkt, denn Tomos alleinerziehende Mutter kommt meistens spät und betrunken nach Hause. Als sie ihre Tochter eines Tages ganz verlässt, ist das Mädchen auf die Hilfe seines Onkels angewiesen, der Tomo bei sich und seiner Freundin Rinko aufnimmt. Bei ihrer ersten Begegnung ist das Erstaunen groß: Rinko ist eine Transfrau, die sich sofort fürsorglich um Tomo kümmert und ihr nicht nur liebevoll zubereitete Speisen anbietet, sondern auch ein neues Zuhause für sie schafft. Doch bald bekommt die Idylle erste Risse. Wie schon in ihrem letzten Film Rentaneko (Panorama 2012) erzählt die japanische Regisseurin Naoko Ogigami von Wegen aus der Einsamkeit, die im Fall von Tomo und ihrer neuen Familie mit menschlicher Wärme, gutem Essen und dem Stricken als symbolischem Akt beschrieben werden. In ruhigen, konzentrierten Bildern zeigt der Film die Selbstverständlichkeit nicht-normativer Sexualität und den Wert von Familien, die nicht von Konventionen, sondern durch Fürsorge und Liebe definiert werden.

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10.02. / 12:30 CinemaxX 7
15.02. / 18:30 Zoo Palast 1
16.02. / 10:00 CinemaxX 7
17.02. / 14:00 Cubix 9
19.02. / 15:30 Zoo Palast 1


Kometen
The Comet

Sweden 2016
11′
Director: Victor Lindgren
Cast: Abdi Aziis

Das Meer. Hohe Wellen. Dunkles Wasser. Ein Grenzzaun, hinter dem sich zwei Männer verstecken. Ihre Flucht beginnt. Nur einer von ihnen wird Schweden erreichen. Abdi Aziis, der einen der beiden spielt, ist selbst von Somalia nach Schweden geflohen, um der Unterdrückung und Verfolgung von schwulen Männern zu entkommen. „Er ist unser Komet“, sagt Regisseur Victor Lindgren, dem es gelingt, in wenigen ausgewählten Situationen die Strapazen, den tiefen Abgrund, das Ankommen und die Einsamkeit der Flüchtenden wiederzugeben. Die beiden Männer liegen nebeneinander auf der Bank, einen Arm über dem Bauch des anderen – ein Bild für ihre Vertrautheit, ihre geteilte Erfahrung. Schon im nächsten Moment ist all das verloren. Für immer. Wie kann das Leben weitergehen? Für seinen Film Ta av mig wurde Victor Lindgren 2013 mit dem TEDDY Award für den Besten Kurzfilm bei der Berlinale ausgezeichnet.

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11.02. / 16:00 CinemaxX 5
12.02. / 22:00 CinemaxX 3
13.02. / 22:00 CinemaxX 3
14.02. / 17:00 Colosseum 1
16.02. / 16:00 CinemaxX 5
16.02. / 21:30 City Kino Wedding
19.02. / 16:00 International


Maurice
Maurice

Great Britain 1987
140′
Director: James Ivory
Cast: James Wilby, Hugh Grant, Rupert Graves, Denholm Elliott

Cambridge, King’s College, 1909. Die Kommilitonen Maurice Hall und Clive Durham empfinden füreinander mehr als nur Sympathie. Doch sexuelle Kontakte und gar die »unaussprechliche Sünde der Griechen«, von der sie im Platon-Seminar erfahren, bleiben ein Tabu. Aus Furcht vor gesellschaftlicher Ächtung, wie sie einem Studienkollegen widerfährt, halten sie ihre Liebe geheim. Später, nachdem Clive standesgemäß geheiratet hat, verbindet sie eine rein platonische Freundschaft. Als Maurice ein Verhältnis mit dem Wildhüter der Durhams beginnt, scheint er sein Lebensglück zu finden … Nach ihrem Oscar-gekrönten A Room with a View (1985) verfilmten James Ivory und sein Partner Ismail Merchant ein weiteres Werk von E. M. Forster, das – 1913/14 geschrieben – erst nach dessen Tod 1970 erscheinen konnte. Sensibel und in melancholischen Tönen erzählt der Film von der Trauer um eine unmögliche Liebe. In der detailgenauen Ausstattung den Edwardianischen Zeitgeist präzise erfassend, offenbaren die erlesenen Bildkompositionen zugleich die geistige Enge einer Gesellschaft, in der Prüderie und Heuchelei regieren. – Welterstaufführung der digital restaurierten Fassung im Vorführformat 2K DCP.

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13.02. / 19:00 CinemaxX 8
17.02. / 11:30 CinemaxX 8


Mein wunderbares West-Berlin
My Wonderful West Berlin

Germany 2017
97
Director: Jochen Hick
Cast: Romy Haag, Maximilian Lenz, Ades Zabel

Im West-Berlin der 1960er-Jahre gab es Lokale, in denen Männer unter sich sein konnten, und es wurde zum Magneten für junge Schwule. Heute noch aktive Protagonisten von damals lassen Erinnerungen an ihre ersten Jahre in der Stadt aufleben. Es sind Erinnerungen an eine Szene, die sie sich unentwegt erkämpften, und an deren Wandel bis zum Mauerfall. Aus der Konfrontation mit massiver gesellschaftlicher Repression erwächst in den 1970ern ein schwules Selbstbewusstsein: Die „Homosexuelle Aktion Westberlin“ setzt sich für eine Streichung des § 175 und die Überwindung des Patriarchats ein. In Ruinen entstehen neue Wohn- und Lebensformen wie Männerkommunen oder das Tuntenhaus. Klappensex, Ost-WestBeziehungen, Lederbars, Drag-Aktionen in der U-Bahn: Eine anarchische Freude überstrahlt die Leiden der Vergangenheit. Ein Jahrzehnt später trifft die Krankheit Aids auch Berlin. Nach Out in Ost-Berlin erkundet Jochen Hick die queere Lebenssituation im damaligen Westteil der Stadt und die Wurzeln jener Faszination, die die Metropole bis heute zum Zufluchtsort nicht nur für schwule Männer macht. Spannende Zeitreise mit zum Teil noch unveröffentlichtem Archivmaterial.

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11.02. / 17:00 International
12.02. / 12:00 CineStar 7
13.02. / 14:30 Colosseum 1
18.02. / 22:30 CineStar 7


Min Homosyster
My Gay Sister

Sweden/Norway 2017
15′
Director: Lia Hietala
Cast: Juliette Safavi, Tina Pourdavoy, Erika A. Coleman

Cleo ist zehn Jahre alt und ihr Kopf ist voller Fragen: Woran merke ich, dass ich in jemanden verliebt bin? Woher weiß ich, ob ich lieber Jungs oder Mädchen mag? Seit ihre ältere Schwester eine feste Freundin hat, erwachen in Cleo bisher unbekannte Gefühle. Bei einem Ausflug in die norwegischen Fjorde nähert sie sich dem verliebten Pärchen vertrauensvoll auf der Suche nach Antworten – und erhält wertvolle Tipps!

-© New Stories AB (1)-min

11.02. / 16:30 CinemaxX 3
12.02. / 22:00 CinemaxX 3
15.02. / 12:30 Filmtheater am Friedrichshain
16.02. / 14:00 CinemaxX 1
19.02. / 16:00 International


The Misandrists
The Misandrists

Germany 2017 91′
Director: Bruce LaBruce
Cast: Susanne Sachsse, Viva Ruiz, Kembra Pfahler, Caprice Crawford

Somewhere in Ger(wo)many … Eine weiblich-radikale „Army of Lovers“ rüstet sich zur letzten Revolution. Man, nein, frau diskutiert, agitiert, menstruiert, sinniert über den Untergang des Patriarchats, paukt eingeschlechtliche Fortflanzung und hat Sex. Dass ausgerechnet ein junger Soldat im Feminist*innenkloster Zufucht sucht und sich auch noch eine der Kämpferinnen als Polizeispitzel herausstellt, bringt die strenge Vorsteherin aufs Parkett. Und „Big Mother“ is not amused: „Zwei Schwänze! Und ein Bulle! In unserem Haus! Das ist unerträglich!“ Doch eine Frage bleibt: Kann es innerhalb eines korrupten Systems überhaupt Gleichheit geben? Oder müssen vorher ein paar Schwänze rollen?! Als ob Valerie Solanas einen „Schulmädchenreport“ inszeniert hätte: Bruce LaBruces neuester Streich handelt von der Utopie einer männerlosen Welt. Der kanadische Regisseur, erfahrene Berlinale-Gast und Teddy-Award-Gewinner (für Pierrot Lunaire) präsentiert eine anarchistische Protagonist*innenriege, der politische Parolen genauso leicht von den Lippen gehen wie religiöse Akklamationsformeln: Ihre Predigten schließen sie natürlich mit „A(wo)men“. Sarkastisch, urkomisch – und as queer as it gets.

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13.02. / 22:30 CinemaxX 7
14.02. / 20:15 CineStar 3
15.02. / 22:30 Cubix 7
15.02. / 22:30 Cubix 8
18.02. / 22:00 Zoo Palast 2


Una mujer fantástica
A Fantastic Woman

Chile/USA/Germany/Spain 2017
104′
Director: Sebastián Lelio
Cast: Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco, Aline Kuppenheim

Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat ihretwegen seine Familie verlassen. Doch als die beiden nach Marinas ausgelassener Geburtstagsfeier in einem Restaurant nach Hause kommen, wird Orlando plötzlich leichenblass, reagiert nicht mehr. Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen. Die Ereignisse überschlagen sich: Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert, und Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus; die gemeinsame Wohnung, die auf dem Papier Orlando gehört, soll sie möglichst rasch verlassen. Marina ist eine Transgender-Frau, und die Familie des Verstorbenen fühlt sich durch ihre sexuelle Identität bedroht. Mit der gleichen Energie, mit der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. Und wenn schon nicht ihre Umgebung, so ist doch der Film ganz auf ihrer Seite und zeigt die zunehmend ins Abseits gedrängte Protagonistin als starke, lebenskluge – fantastische – Frau.

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12.02. / 22:00 Berlinale Palast
13.02. / 12:30 Zoo Palast 1
13.02. / 15:00 Friedrichstadt-Palast
13.02. / 21:30 Odeon
13.02. / 22:30 International
19.02. / 19:00 Berlinale Palast


The Party
The Party

Great Britain 2017
71′
Director: Sally Potter
Cast: Patricia Clarkson, Bruno Ganz, Cherry Jones, Emily Mortimer

Janet ist gerade zur Ministerin im Schattenkabinett ernannt worden – die Kronung ihrer politischen Laufbahn. Mit ihrem Mann Bill und ein paar engen Freunden soll das gefeiert werden. Die Gaste treffen in ihrem Londoner Haus ein, doch die Party nimmt einen anderen Verlauf als erwartet. Bill platzt mit gleich zwei explosiven Enthullungen heraus, die nicht nur Janets Existenz in den Grundfesten erschuttern. Liebe, Freundschaften, politische Überzeugungen und Lebensentwurfe stehen zur Disposition. Unter der kultivierten linksliberalen Oberflache brodelt es, und in der Auseinandersetzung werden schließlich scharfe Geschutze aufgefahren – durchaus im Wortsinn. In ihrem achten Kinofilm ladt die britische Regisseurin und Drehbuchautorin Sally Potter, die zuletzt 2009 mit Rage im Wettbewerb der Berlinale vertreten war, namhafte Akteure zur Party. Was als Komodie mit hintersinnigem Witz und scharfen Dialogen beginnt, kippt in die Tragodie. Wenn dem Leben mit Argumenten nicht mehr beizukommen ist, wird unversehens um den Fortbestand der nur scheinbar gefestigten Existenzen gerungen.


Pieles
Skins

Spain 2017
77′
Director: Eduardo Casanova
Cast: Ana Polvorosa, Candela Peña, Carmen Machi, Macarena Gómez

Samantha, Guille, Ana und Cristian haben etwas gemeinsam und könnten doch unterschiedlicher nicht sein. Ihre Körper sind anders als die der anderen. Ob es nun der Mund ist, die linke Gesichtshälfte, die Beschaffenheit der Haut oder das Gefühl, dass die Beine nicht zum eigenen Körper gehören. Sie alle leben und lieben im Versteckten, in sonderbar künstlichen Interieurs, und trauen sich als „Freaks“ nur selten auf die Straße. Denn die Konfrontation mit dem Rest der Welt könnte fatale Folgen haben. In der streng symmetrisch kadrierten, rosa und lila ausgestatteten Welt des Regisseurs Eduardo Casanova geht es um die „Deformierten“, zu denen auch Dicke, Kleine oder eine Frau mit zugewachsenen Augen, die als Sexarbeiterin arbeitet, zählen. Das episodische Langfilmdebüt des Spaniers ist eine Weiterentwicklung seiner vorherigen Kurzfilmarbeiten und beschäftigt sich in bewusst artifiziellen Bildern mit Menschen, denen in ihrem gesellschaftlichen Außenseitertum nur wenige geschützte Räume bleiben. Allerdings ist die Situation nicht so aussichtslos, wie es anfangs scheint, und Schönheit ein Begriff, der im Laufe des Films mehr als eine Neuinterpretation erfährt.

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11.02. / 21:30 Zoo Palast 1
12.02. / 12:45 CinemaxX 7
13.02. / 17:00 Cubix 9
18.02. / 22:45 Cubix 7
18.02. / 22:45 Cubix 8
19.02. / 22:30 Colosseum 1


La prima sueca
Swedish Cousin

Argentina 2016
20′
Director: Inés María Barrionuevo, Agustina San Martín
Cast: María Paula Mattio, Cecilia Valenzuela Gioia, Ámbar Taborda Ceballos, Nazarena García

Nicht mehr lang bis zu Catas 15. Geburtstag! Mit jedem Tag wird sie nervöser, alles missfällt ihr, das Kleid, die Ausgelassenheit ihrer Freundinnen. Auch die besonnene und zurückhaltende Cousine aus Schweden stört nur. Doch langsam weicht Catas Trübsinn einer zaghaften Annäherung. In einer sinnlichen Beobachtung fangen die beiden Regisseurinnen behutsam jugendliche Gefühlswallungen und Irritationen ein.

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12.02. / 22:00 CinemaxX 3
14.02. / 11:30 CinemaxX 3
16.02. / 14:00 HAU Hebbel am Ufer (HAU1)
16.02. / 17:00 CinemaxX 1
18.02. / 11:00 CinemaxX 1
19.02. / 16:00 International


Ri Chang Dui Hua
Small Talk

Taiwan 2016
88′
Director: Hui-chen Huang

Anu ist ein Tomboy. Zwar wurde sie, wie im Taiwan der 1970er-Jahre üblich, früh verheiratet und bekam zwei Kinder, ließ sich jedoch bald von ihrem gewalttätigen Mann scheiden und zog die Töchter alleine auf. Seitdem hatte sie ausschließlich Beziehungen zu Frauen, die wie sie ihren Lebensunterhalt als Seelenbegleiterinnen bei Beerdigungen verdienen. Eine ihrer Töchter ist die Filmemacherin Hui-chen Huang. Zweifel an der Bedingungslosigkeit von Mutterliebe sind in der chinesischen Kultur Tabu, doch genau die macht Huang zum Thema des intimen Porträts. Gemeinsam begeben sich Mutter und Tochter auf eine Reise in die Vergangenheit und Anu wird mit Fragen konfrontiert, die die Tochter seit Jahren quälen. In langen Einstellungen werden Themen wie Vertrauen, Missbrauch und Mitwisserschaft behandelt, sie münden jedoch fast immer in einer schmerzhaften Sprachlosigkeit. Die Tiefe des abgebildeten Raumes durch Schärfenverlagerungen auslotend, versucht die Regisseurin, sich ihrer Mutter in Gesprächen mit deren Geschwistern und Ex-Liebhaberinnen anzunähern, und zeichnet nebenbei ein Bild der sich wandelnden Lebenssituation von Frauen dreier Generationen in Taiwan.

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10.02. / 22:30 CineStar 7
11.02. / 17:30 Cubix 7
16.02. / 20:00 CineStar 7
17.02. / 14:30 CineStar 7


Richard the Stork
Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper

Germany/Belgium/Luxembourg/Norway 2016
84′
Director: Toby Genkel
Cast: Tilman Döbler, Christian Gaul, Nicolette Krebitz, Marco Eßer

„Welche Art von Spatz bist du?“ · „Ich … Ich bin ein Storch.“ Als Richard eines Herbstmorgens allein im Storchennest erwacht, ist er empört: Wie konnten ihn die anderen alleine zurücklassen! Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg nach Afrika, um seiner Storchenfamilie zu beweisen, dass er einer von ihnen ist. Was Richard nicht verstehen will: Er ist ein Spatz und von der Natur in keiner Weise für einen Langstreckenflug ausgerüstet. Auf seiner Reise quer durch Europa begegnet er einer Reihe schräger Vögel, darunter mafiöse Krähen und hochvernetzte Tauben, aber auch die hilfsbereite Eule Olga sowie der Karaoke singende Wellensittich Kiki, die vor grandiosen Ideen nur so sprühen. Auf abenteuerlichen Wegen lernt Richard schließlich, wie gut es ist, inmitten der buntesten Vögel ein Spatz zu sein.

2017 Knudsen & Streube r, Ulysses, Walking The Dog, Mélusine Productions, Den siste skilling

12.02. / 12:30 Zoo Palast 1
13.02. / 12:30 Filmtheater am Friedrichshain
19.02. / 13:00 HKW


Strong Island
Strong Island

USA/Denmark 2017
107′
Director: Yance Ford

Sie werde keine weiteren Aussagen zum Mord an William Ford machen und stehe auch für den Dokumentarfilm nicht zur Verfügung, sagt die Staatsanwältin zu Beginn des Films am Telefon zu Yance Ford. William war Yance Fords Bruder; seine Ermordung 1992 hat die Familie in eine Schockstarre versetzt. Nicht nur weil der junge Afro-Amerikaner von einem weißen Automechaniker aus offenbar nichtigem Anlass erschossen wurde, sondern auch wegen dem, was folgte. Mit subjektiver Kamera schildert Ford die Geschichte einer schwarzen Mittelschichtfamilie in einem Amerika, das nach wie vor von Ungerechtigkeit und Rassismus bestimmt ist. Er legt ein filmisches Puzzle an, bei dem sich die einzelnen Teile nicht zusammenfügen können. In einer Verbindung aus persönlichem Essay, detektivischer Suche und dokumentarischen Interviews mit Angehörigen und Freunden zeigt er das private und politische Stimmungsbild eines Landes von Ungleichen zu Zeiten Obamas. Konzentriert und oft in minimalistischer Formensprache erzählt Ford von der schwelenden Wut, der Trauerarbeit, von seinem eigenen Coming-out als Transgender – und von der Relativität von Chancengleichheit.

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12.02. / 17:00 CineStar 7
13.02. / 22:00 CineStar 7
14.02. / 13:30 International
16.02. / 17:15 CineStar 3
18.02. / 17:30 Cubix 7


Ulrike‘s Brain
Ulrike‘s Brain

Germany/Canada 2017
55′
Director: Bruce LaBruce
Cast: Gertrude Stammheim, Susanne Sachsse, Jonathan Johnson, Saskia Timm

In Anspielung auf B-Movies der 1960er-Jahre wie They Saved Hitler’s Brain und The Brain That Would Not Die erzählt Ulrike’s Brain die Geschichte von Doktor Julia Feifer (Susanne Sachsse), die mit einem Behälter für Organtransporte unter dem Arm auf einer akademischen Konferenz auftaucht. In der Kiste befindet sich Ulrike Meinhofs Gehirn, das neben den Gehirnen dreier weiterer Führungskader der Roten Armee Fraktion nach deren Tod im Gefängnis Stammheim von den Behörden konfisziert wurde. Doktor Feifer empfängt telepathisch von Ulrikes Gehirn den Befehl, eine neue feministische Revolution anzuführen. Zu diesem Zweck ist sie auf der Suche nach dem idealen weiblichen Körper, in den sie das Gehirn einpflanzen kann. Zur gleichen Zeit erreicht auch Feifers Erzrivale, der ultra-rechte Ideologe Detlev Schlesinger, die Konferenz. Er wiederum ist im Besitz der Asche des ehemaligen deutschen Neonazi-Anführers und berüchtigten Homosexuellen Michael Kühnen, der 1989 an den Folgen von AIDS verstarb. Chaos bricht aus, als die zwei Frankensteinmonster der extremen Linken und Rechten aufeinander treffen.

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11.02. / 19:00 Akademie der Künste
18.02. / 20:00 Kino Arsenal 1


Vênus – Filó a fadinha lésbica
Venus – Filly the lesbian little fairy

Brazil 2017
6′
Director: Sávio Leite
Cast: Helena Ignez

Filly, die lesbische Fee, verführt in diesem animierten Märchen tagsüber als Junge verkleidet mit inken Fingern die Frauenwelt. Doch nachts passiert etwas Ungewöhnliches, und bald steht im Whatsit Village die halbe Dorfgemeinde ungeduldig Schlange.

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12.02. / 22:00 CinemaxX 3
14.02. / 22:45 CinemaxX 7
15.02. / 20:15 CineStar 3
16.02. / 22:45 Cubix 7
16.02. / 22:45 Cubix 8
19.02. / 16:00 International


Ein Weg
Paths

Germany 2017
107′
Director: Chris Miera
Cast: Mike Hoffmann, Mathis Reinhardt, Tom Böttcher, Cai Cohrs

Ein Kuss am Meer, ein Versprechen fürs Leben. Wer fährt schon gern im Herbst an die Ostsee? Außer Martin und Andreas niemand. Jedes Jahr kommen sie wieder, und jedes Jahr ist ihr Sohn Max ein Stückchen größer, sind die eigenen Gesichter etwas reifer geworden. Dieses Mal ist Martin unzufrieden. Das Wetter ist ungemütlich, er wäre lieber zuhause geblieben. Andreas dagegen reißt sich seine Kleider vom Leib und wirft sich ins kalte Meer. Martin will ihn voller Sorge aufhalten und schluckt das salzige Wasser, als er stolpert. Zurück in ihrem Ferienhaus ist die Stimmung von den unterschiedlichen Erwartungen an die gemeinsamen Urlaubstage gestört. Was ist ihnen geblieben, nach all den Jahren? Viele Filme über Beziehungen enden an dem Punkt, an dem sich das Paar glücklich gefunden hat. Für Regisseur Chris Miera beginnen erst in diesem Moment die Geschichten, die ihn interessieren: Welche Kraft bewirkt, dass zwei Menschen von Milliarden sich dazu entscheiden, ihr Leben für lange Zeit miteinander zu teilen? Und wie kommen Paare dazu, sich nach so langer Zeit zu trennen? Ein Weg geht diesen Fragen behutsam nach.

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13.02. / 19:30 CinemaxX 3
14.02. / 12:00 Colosseum 1
14.02. / 21:00 CinemaxX 1


Weirdos
Weirdos

Canada 2016
84′
Director: Bruce McDonald
Cast: Dylan Authors, Julia Sarah Stone, Molly Parker, Allan Hawco

„Ich bin ein Weirdo.“ · „Liebling. Sie ist auch ein Weirdo. Wir alle sind Weirdos. Gerade darum sind wir doch so großartig.“ In lakonischen Schwarz-Weiß-Bildern erzählt Bruce McDonald die humorvolle Geschichte der zwei jugendlichen Ausreißer Kit und Alice. Am Vorabend des amerikanischen Bicentennials 1976 begleitet der Film die beiden Anhalter auf einer turbulenten Reise durch die atemberaubende Landschaft der kanadischen Ostküste, getrieben vom Soundtrack dieser Tage. Kit sucht ein neues Leben in der Künstlerkommune seiner mondänen, aber labilen Mutter, Alice macht keinen Hehl aus ihren romantischen Sehnsüchten. Doch im Schein des knisternden Lagerfeuers einer Strandparty finden beide zu Erkenntnissen, die ihre Beziehung auf die Probe stellen. Auch Kit und seine Mutter müssen sich am folgenden Tag, nach großer Wiedersehensfreude, verdrängten Wahrheiten stellen.

Holdfast Pictures Inc, Lithium Studios Productions Inc, Shadow Shows Inc.

14.02. / 15:30 Zoo Palast 1
15.02. / 15:30 Filmtheater am Friedrichshain
16.02. / 14:00 CinemaxX 3


Wilde Maus
Wild Mouse

Austria 2017
103′
Director: Josef Hader
Cast: Josef Hader, Pia Hierzegger, Georg Friedrich, Jörg Hartmann

Georg fühlt sich wohl und sicher auf seinem Platz in einer Wiener Zeitungsredaktion: geliebt und gefürchtet, so wie es einem etablierten Musikkritiker mit spitzer Feder zukommt. Doch dann wird ihm völlig überraschend gekündigt. Eine Sparmaßnahme, erfährt er noch und steht schon draußen vor der Tür. Seiner jüngeren Frau Johanna, deren Gedanken momentan hauptsächlich um den nächsten Eisprung und das Kinderkriegen kreisen, erzählt Georg nichts. Stattdessen sinnt er auf Rache. In Erich, einem ehemaligen Mitschüler, findet er einen Verbündeten, um seiner Wut auf den Ex-Chef Luft zu machen. Aus kleinen Sachbeschädigungen wird bald größerer Terror. Zugleich versuchen sich Georg und Erich am Wiederaufbau einer maroden Achterbahn im Wiener Prater, der legendären „Wilden Maus“. Der Kabarettist und Schauspieler Josef Hader erzählt in seinem Regiedebüt ebenso komisch wie dramatisch von privaten Versagensängsten und gesellschaftlichen Abstiegsnöten der österreichischen Mittelschicht. Voll von lakonischem Witz reflektiert der Film, wie ein bürgerliches Leben aus dem Ruder geraten – und vielleicht doch wieder ins Lot kommen kann.

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11.02. / 22:00 Berlinale Palast
12.02. / 15:00 Friedrichstadt-Palast
12.02. / 18:30 Toni & Tonino
12.02. / 19:00 Haus der Berliner Festspiele
13.02. / 09:30 Haus der Berliner Festspiele


The Wound
The Wound

South Africa/Germany/Netherlands/France 2016
88′
Director: John Trengove
Cast: Nakhane Touré, Bongile Mantsai, Niza Jay Ncoyini

Eastern Cape, Südafrika: Der einsame Fabrikarbeiter Xolani nimmt sich eine Auszeit von seinem Job, um als Helfer das jährliche Beschneidungsritual der Xhosa zu begleiten, das den Übergang zum Mannesalter markiert. In einem abgelegenen Berglager, zu dem Frauen keinen Zutritt haben, kommen die jungen Männer wieder zu Kräften. Bemalt mit weißer Farbe, erlernen sie die Männlichkeitscodes ihrer Kultur. In dieser von Machismo und Aggressionen geprägten Umgebung kümmert sich Xolani um den aufsässigen Kwanda aus Johannesburg, der schnell hinter dessen bestgehütetes Geheimnis kommt: Xolani liebt einen anderen Mann. Bereits in seinem Kurzfilm Ibhokhwe widmete sich der südafrikanische Regisseur John Trengove dem Thema männliche Beschneidung. Dieses und andere Mannbarkeitsrituale greift er in seinem ersten Spielfilm wieder auf. Die Spannung, die sich während des Films unaufhaltsam aufbaut, rührt einerseits von dem jungen Kwanda her, der die patriarchalen Normen der Initiation zunehmend infrage stellt, und andererseits von der inneren Krise, die Xolani durchlebt. Er muss sich entscheiden zwischen der traditionellen Welt, die er kennt, und seiner eigenen Selbstverwirklichung.

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09.02. / 21:00 CinemaxX 7
10.02. / 22:45 CineStar 3
11.02. / 20:00 HAU Hebbel am Ufer (HAU1)
19.02. / 20:15 Cubix 7
19.02. / 20:15 Cubix 8