Die Blögin

Bericht aus der Redaktionssitzung

Im Anfang war das Wort. Und das Wort war Blog. Aber war es nun ‚das Blog‘ oder ‚der Blog‘? So saßen fünf Redakteur_innen grübelnd an einem Tisch und begannen, in ihren Smartphones zu orakeln. Der Duden klärte uns sachlich auf, dass es sich bei unserem Wort um ein ‚Substantiv, Neutrum oder Substantiv, maskulin‘ handelt. Mit anderen Worten: „das, auch: der Blog“. Aber damit war noch immer keine Entscheidung herbeigeführt.

Vielleicht ließe sich die Frage klären, wenn wir wüssten, wo das Wort herkommt. Ethymologisch bewanderte Teilnehmer_innen klärten uns auf, dass das Wort ‚blog‘ aus dem Englischen stammt und die verkürzte Version von ‚weblog‘ ist. Die zweite Hälfte des Wortes kommt wiederum vom ‚logbook‘, vom Logbuch also, in dem Seefahrer die Ereignisse ihrer Reisen festhielten. „Und es heißt schließlich ‚das Buch‘.“ riefen an dieser Stelle bereits die Voreiligen.  Aber was ist mit ‚Log‘ selbst? Das Wort ‚Log‘ beschreibt ein Messgerät von Fahrt und Geschwindigkeit auf See. Ebenfalls ‚das Log‘. – Heureka, also ‚das Blog‘!

Ach, Blog, jetzt wissen wir woher du kommst. Aber quo vadis? Denn schnell kamen die ersten Einwände, dass ‚der Blog‘ doch viel gängiger sei und wir es überhaupt mit einem neuen Wort zu tun hätten. Schließlich könne sich sowas über die Zeit doch auch ändern. „Progressiver Sprachwandel!“ schrien aufgebrachte Stimmen. – Und wir wollen doch progressiv sein, oder?

Schon, aber ist ‚der Blog‘ denn überhaupt politisch korrekt? Warum benutzen wir die männliche und nicht die neutrale Form? Ist das nicht viel eher reaktionär als revolutionär? Oder sollte das Gender hierbei keine Rolle spielen und allein das grammatikalische Genus ans Wort gelangen?

Vielleicht könnten wir es aber auch so machen, wie eine Freundin von mir, die mich unlängst fragte, ob ich ihr meine Kugelschreiberin leihen könne. Kugelschreiberin? Warum dann nicht auch ‚die Blögin‘?

So kamen wir nicht weiter. Und am Ende wurde schließlich per Abstimmung entschieden: Das Blog. Die Mehrheit sprach sich für die klassische, die neutrale Variante aus. Ethymologie, Genderequality und die Demokratie haben gesprochen.

Wichtig ist für uns jedoch neben all dieser Diskussionen vor allem eins: Dieses Blog will ein Blog für alle sein, es will inkludieren und nicht exkludieren. Doch vor allem soll es uns und euch Spaß machen – nicht umsonst schließlich sind die Wörter ‚Blog‘, ‚bloggen‘ und ‚Blogger_in‘ im Duden umrahmt von den Wörtern ‚Blödsinn‘ und ‚blöken‘…

Und damit können wir euch herzlich willkommen heißen auf unserem neuen Teddy Blog!

Seb

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