MGS-STILL-1_Actors_Erika A Coleman-Julia Safavi-Tina Pourdavoy_DOP_Karin Stenwall-min

Tag 4: Kurzfilme und verliebte Mädchen

Gleich zwei Kurzfilme die wir heute im Programm haben, beschäftigen sich mit aufkommenden Gefühlen junger Mädchen für  andere Mädchen, die für große Verwirrungen sorgen…

In dem schwedischen Kurzfilm „Min Homosyster“ verbringt Cleo schöne sommerliche Tage mit ihrer Schwester und ihrer „coolen“ Freundin Gabbi und macht sich Gedanken über ihre Verliebtheit. Warum ist sie immer so aufgregt, wenn ihre Schulfreundin ihr eine Nachricht schreibt?

In „La prima sueca“ wartet Cata auf ihren 15. Geburtstag und fremdelt mit ihrer schwedischen Cousine Klara, die gar keine Lust auf Röcke hat, lieber Hosen trägt und auch ansonsten gar nicht so wirklich weiblich zu sein scheint. Das anfängliche Misstrauen schwindet jedoch allmählich und Cata findet Klara vielleicht doch nicht so blöd.

In der Sektion „Generation“ laufen diese beiden Kurzfilme die sich behutsam und einfühlsam mit dem Thema Erwachsenwerden auseinandersetzen und die mit einhergehenden Gefühlsirritationen einfangen. Wann und wo, steht mal wieder unten ;)


Ceux qui font les révolutions à moitié n’ont fait que se creuser un tombeau
Those Who Make Revolution Halfway Only Dig Their Own Graves

Canada
183′
Director: Mathieu Denis, Simon Lavoie

„Nach zwölf Wochen Streik, Versammlungen, Solidarität, Verhaftungen, Protest, was haben wir erreicht? Nichts.“ Nach dem Verebben der studentischen Protestbewegung des Ahorn-Frühlings in Quebec, braut sich ein dunkler Sturm der Gewalt zusammen. In frustrierender Ohnmacht und Sehnsüchten nach einem anderen Leben formen Klas Batalo, Ordine Nuovo, Tumulto und Giutizia eine avantgardistische Splittergruppe. Ihre tief sitzende Ablehnung der herrschenden Verhältnisse findet in Aktionen zwischen Spaßguerilla und Molotowcocktails einen ambivalenten politischen Ausdruck. In einer bildgewaltigen, an einem Jahrhundert politischer Ästhetik geschulten Collage aus Szenen und dokumentarischen Fragmenten wird die Isolation der vier spürbar. Auf ihrem von Idealen und Zweifeln geprägten Weg richtet sich der Gestus des Radikalen zunehmend nach innen.

201710923_1

12.02. / 20:00 HKW


Chavela
Chavela

USA 2017
90′,
Director: Catherine Gund, Daresha KyiHauptsächlich durch die Darbietung traditioneller, ursprünglich von Männern vorgetragener Rancheras wurde die Sängerin Chavela Vargas erst in Mexiko und später weltweit bekannt. Die Lieder, die meist von unerfüllter Liebe zu Frauen, Weltschmerz und Einsamkeit handeln, trug sie mit einem einzigartigen Gefühl für Rhythmik und markant-rauer, zugleich verletzlicher Stimme vor. Ihr burschikoses Auftreten und der Poncho machten sie unverwechselbar. In Acapulco, in den 1960er-Jahren Treffpunkt für Prominenz aus Politik und Kultur, verkehrte sie mit zahlreichen Berühmtheiten und verdrehte mit ihrem Charme und ihrer auffallenden Schönheit Frida Kahlo oder Ava Gardner den Kopf. Nach einer 13-jährigen, dem intensiven Alkoholgenuss geschuldeten Auftrittspause wurde sie Anfang der 1990er-Jahre wiederentdeckt. Sie hatte ein beeindruckendes Comeback und war Muse von Künstlern und Regisseuren wie Pedro Almodóvar. Aus teils unveröffentlichtem Material und Interviews mit Chavela selbst, ihren Weggefährten, Kolleginnen und Partnerinnen entstand ein liebevolles Porträt der charismatischen und zeitlebens offen lesbisch lebenden Ausnahmekünstlerin, die 2012 im Alter von 93 Jahren starb.

OK_201715194_1
12.02. / 14:30 Colosseum 1


Como Nossos Pais
Just Like Our Parents

Brazil 2017
102′,
Director: Laís Bodanzky

Rosa, Ende 30, Kind geschiedener Eltern, bewohnt mit ihrer Familie ein Apartment mitten in São Paulo. Da ihr Mann oft auf wenig einträglichen Forschungsreisen unterwegs ist, liegt die Versorgung ihrer beiden gemeinsamen Töchter bei ihr. Anstatt sich ihrer eigentlichen Berufung als Theaterautorin zu widmen, muss sie mit Werbetexten für Badkeramik ihren Unterhalt bestreiten. Sexuelle Koflikte in ihrer Partnerschaft, Probleme mit Arbeitsaufträgen und die bedürftige Künstlerseele ihres labilen Vaters stellen für Rosa eine immer größere Herausforderung dar. Als ihre Mutter ihr eines Tages eine unerwartete Eröffnung macht, beschließt Rosa, aus ihren gewohnten Verpflichtungen auszubrechen, und entdeckt, dass das Leben noch viele Überraschungen bereithält. Mit beeindruckender Natürlichkeit inszeniert Laís Bodanzky den Alltag dreier Generationen in Brasiliens größter Metropole zwischen individuellen Leidenschaften und Existenzlügen. Im Mittelpunkt steht das Porträt einer vom permanenten Erwartungsdruck überwältigten Frau, die sich auf die Suche begibt, um herauszufinden, wer sie wirklich ist.

OK_201711849_19553_Panorama_Special_PressePromoWeb

12.02. / 17:00 Cubix 9


Cuateros
Rustlers

Argentina 2016
85′
Director: Albertina Carri

Albertina Carri plant einen Film über Isidro Velázquez, den legendären Banditen aus Nordargentinien, der 1967 von der Polizei erschossen wurde. Interessant ist er nicht nur für sie: Ihr Vater, der Soziologe Roberto Carri, schrieb ein Buch über ihn mit dem Titel „Prärevolutionäre Formen der Gewalt“ und es gibt einen Film zu seiner Geschichte. Sowohl ihr Vater als auch der Film verschwanden während der Militärdiktatur. Legenden, Familien, politische Ausrichtungen, Film: nichts bietet Halt und Carris Nachforschungen gleichen einer Wanderung durch einen Garten verzweigter Pfade, bevor sie in einer ausgetrockneten Landschaft voller Dornen enden. Aber Carris Erzählweise hat sich ohnehin gewandelt, eine Mutter berichtet anders als eine Tochter. Legenden, Familien, politische Ausrichtungen, Film: Alle produzieren Bilder, diese erscheinen auf der Leinwand, über einen Kanal, drei Kanäle, fünf. Das Material ist aus einem wunderbar exzentrischen Archiv zusammengepückt: Nachrichten, Werbung, Heimvideos, Interviews, Kinolme, abstrakte Formen. Die Bilder könnten aus alten, verschollenen, neuen, möglichen, unmöglichen Filmen stammen; andere Bilder kommen für diesen Film einfach nicht in Frage.

201714737_1

12.02. / 19:30 CinemaxX 4


Discreet
Discreet

USA 2017
81′
Director: Travis Mathews

In Fett brutzelnde Speckstreifen, eine junge Frau, die sich bei den Abonnenten ihres YouTube-Kanals bedankt, eine in schwarzen Mülltüten sauber verschnürte Leiche, die den Fluss hinuntertreibt – so klar die ersten Bilder in Travis Mathews’ Mystery-Thriller auch sein mögen, schälen sich die Zusammenhänge doch erst langsam und wie aus dem Unbewussten heraus. Die elliptisch montierten Geschichte, die um einen nicht mehr ganz jungen Mann kreist, ist mit einem unheimlichen Soundteppich unterlegt: Der Filmemacher Alex lebt in einem Van und stellt seine Kamera in ländlichen Regionen der USA im Niemandsland an den Highways auf. Als er seine ehemals alkoholabhängige Mutter besucht, erfährt er von ihr ein gut gehütetes Geheimnis. Und es gibt einen kleinen Jungen, zu dem Alex eine unerwartet intensive Beziehung aufbaut. Regisseur Mathews ist der Chronist einer schwulen, westlichen Moderne – von anonymem Sex zu Heteropornos in der Kabine oder als Dienstleistung im Zimmer eines Motels. Ein kleines Haus, eine Existenz am Rande der Gesellschaft, im Radio hört man immer wieder die rechten Parolen gegen alles, was nicht weiß und heterosexuell ist, hier in Texas.

OK_201712774_19351_Panorama__PressePromoWeb-min

12.02. / 17:45 CineStar 3


Dream Boat
Dream Boat

Germany 2017
92′
Director: Tristan Ferland Milewski

Eine Woche auf einem Kreuzfahrtschiff, mit Partys, Spaß und neuen Freundschaften: Es handelt sich um eine exklusiv schwule Reisegesellschaft und Themen wie Identität, Körperlichkeit und die Suche nach Sex spielen eine besondere Rolle. Jeden Abend fordert ein neues Motto die Passagiere zu extravaganten Verkleidungen und knappen Outfits heraus, doch in den Kabinen geht es auch unter die Oberfläche, und ganz Privates kommt zutage. So will der junge Pole Marek als Mensch akzeptiert und geliebt werden, und nicht wegen seines gestählten Körpers. Dipankar aus Indien, der erst seit kurzem zu seiner Homosexualität steht, und der Palästinenser Ramzi nutzen den Freiraum aus, den sie aus den homophoben Gesellschaften ihrer Heimatländer nicht kennen. Der HIV-positive Martin reflektiert über Hedonismus, während Philippe aus Frankreich das Treiben auf dem Boot abgeklärt aus seinem Rollstuhl beobachtet. In seinem Kinofilmdebüt gelingt Regisseur Tristan Ferland Milewski ein Blick hinter die Kulissen einer zunächst oberflächlich erscheinenden Welt. Er baut mit Witz eine Nähe zu den Männern auf, die offen über schwules Begehren, freie Liebe und ganz altmodische Zweierbeziehungen reden.

OK_201713990_1
12.02. / 14:00 International


EMO the Musical
EMO the Musical

Australia 2016
94′
Director: Neil Triffett

„Wie sollen wir wissen, ob du es ernst meinst?“ · „An meiner letzten Schule habe ich versucht mich aufzuhängen, und sie haben mich rausgeschmissen.“ · „Willkommen in der Band.“ Nach einer lobenden Erwähnung für den besten Kurzfilm von der Generation-Jugendjury 2014 ist aus der ironisch beschwingt erzählten Liebesgeschichte inzwischen ein Spielfilm geworden. Ethan, ein depressiv-sensibler Emo mit suizidalen Neigungen, spielt mit Gleichgesinnten in einer Schülerband harten, düsteren Rock. Gut-drauf-Sein geht hier gar nicht. Aber genau das ist die immer fröhliche Mitschülerin Trinity, die mit ihrer sanften Stimme erbauliche Lieder in einer christlichen Jugendgruppe singt. Trinity und Ethan, keiner wird das verstehen, geschweige denn akzeptieren! Und doch ist es um die beiden geschehen, als sie sich zum ersten Mal begegnen. Die unmögliche Verbindung bringt an ihrer ziemlich verrückten Schule einiges in Bewegung.

A073_C012_1218FY
12.02. / 15:30 Filmtheater am Friedrichshain


Final Stage
Final Stage

Germany 2017
27′
Director: Nicolaas Schmidt

Die Gegenwart, die reine Gegenwart und nichts als die Gegenwart: Ein Jugendlicher auf einer Fußgängerbrücke, ein Bus fährt ab, der Freund ist weg. Anschließend eine majestätisch anmutende Parade durch ein Einkaufszentrum. Diese zentrale Einstellung des Films ist ein fragiler Balanceakt zwischen dokumentarischer Beobachtung und subtiler Inszenierung. Eine offensichtliche Spaltung von Bild und Ton lässt das Geschehen nurmehr als Konstrukt einer vermeintlich vertrauten Realität erscheinen. Der Gang des Jungen – und auch der Lauf des Films – sind eingebettet in eine maximal pathetische und minimal narrative Dramaturgie der Farben. Leuchtende Flächen leiten die einzelnen Sequenzen ein: Blau. Grün. Gelb. Orange. Rot.

OK_201715310_2-min

12.02. / 22:00 CinemaxX 3


Kometen
The Comet

Sweden 2016
11′
Director: Victor Lindgren
Cast: Abdi Aziis

Das Meer. Hohe Wellen. Dunkles Wasser. Ein Grenzzaun, hinter dem sich zwei Männer verstecken. Ihre Flucht beginnt. Nur einer von ihnen wird Schweden erreichen. Abdi Aziis, der einen der beiden spielt, ist selbst von Somalia nach Schweden geflohen, um der Unterdrückung und Verfolgung von schwulen Männern zu entkommen. „Er ist unser Komet“, sagt Regisseur Victor Lindgren, dem es gelingt, in wenigen ausgewählten Situationen die Strapazen, den tiefen Abgrund, das Ankommen und die Einsamkeit der Flüchtenden wiederzugeben. Die beiden Männer liegen nebeneinander auf der Bank, einen Arm über dem Bauch des anderen – ein Bild für ihre Vertrautheit, ihre geteilte Erfahrung. Schon im nächsten Moment ist all das verloren. Für immer. Wie kann das Leben weitergehen? Für seinen Film Ta av mig wurde Victor Lindgren 2013 mit dem TEDDY Award für den Besten Kurzfilm bei der Berlinale ausgezeichnet.

201718460_1
12.02. / 22:00 CinemaxX 3


Mein wunderbares West-Berlin
My Wonderful West Berlin

Germany 2017
97
Director: Jochen Hick
Cast: Romy Haag, Maximilian Lenz, Ades Zabel

Im West-Berlin der 1960er-Jahre gab es Lokale, in denen Männer unter sich sein konnten, und es wurde zum Magneten für junge Schwule. Heute noch aktive Protagonisten von damals lassen Erinnerungen an ihre ersten Jahre in der Stadt aufleben. Es sind Erinnerungen an eine Szene, die sie sich unentwegt erkämpften, und an deren Wandel bis zum Mauerfall. Aus der Konfrontation mit massiver gesellschaftlicher Repression erwächst in den 1970ern ein schwules Selbstbewusstsein: Die „Homosexuelle Aktion Westberlin“ setzt sich für eine Streichung des § 175 und die Überwindung des Patriarchats ein. In Ruinen entstehen neue Wohn- und Lebensformen wie Männerkommunen oder das Tuntenhaus. Klappensex, Ost-WestBeziehungen, Lederbars, Drag-Aktionen in der U-Bahn: Eine anarchische Freude überstrahlt die Leiden der Vergangenheit. Ein Jahrzehnt später trifft die Krankheit Aids auch Berlin. Nach Out in Ost-Berlin erkundet Jochen Hick die queere Lebenssituation im damaligen Westteil der Stadt und die Wurzeln jener Faszination, die die Metropole bis heute zum Zufluchtsort nicht nur für schwule Männer macht. Spannende Zeitreise mit zum Teil noch unveröffentlichtem Archivmaterial.

OK_201710598_1-min
12.02. / 12:00 CineStar 7


Min Homosyster
My Gay Sister

Sweden/Norway 2017
15′
Director: Lia Hietala
Cast: Juliette Safavi, Tina Pourdavoy, Erika A. Coleman

Cleo ist zehn Jahre alt und ihr Kopf ist voller Fragen: Woran merke ich, dass ich in jemanden verliebt bin? Woher weiß ich, ob ich lieber Jungs oder Mädchen mag? Seit ihre ältere Schwester eine feste Freundin hat, erwachen in Cleo bisher unbekannte Gefühle. Bei einem Ausflug in die norwegischen Fjorde nähert sie sich dem verliebten Pärchen vertrauensvoll auf der Suche nach Antworten – und erhält wertvolle Tipps!

-© New Stories AB (1)-min
12.02. / 22:00 CinemaxX 3


Una mujer fantástica
A Fantastic Woman

Chile/USA/Germany/Spain 2017
104′
Director: Sebastián Lelio
Cast: Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco, Aline Kuppenheim

Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat ihretwegen seine Familie verlassen. Doch als die beiden nach Marinas ausgelassener Geburtstagsfeier in einem Restaurant nach Hause kommen, wird Orlando plötzlich leichenblass, reagiert nicht mehr. Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen. Die Ereignisse überschlagen sich: Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert, und Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus; die gemeinsame Wohnung, die auf dem Papier Orlando gehört, soll sie möglichst rasch verlassen. Marina ist eine Transgender-Frau, und die Familie des Verstorbenen fühlt sich durch ihre sexuelle Identität bedroht. Mit der gleichen Energie, mit der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. Und wenn schon nicht ihre Umgebung, so ist doch der Film ganz auf ihrer Seite und zeigt die zunehmend ins Abseits gedrängte Protagonistin als starke, lebenskluge – fantastische – Frau.

Una mujer fantástica_201712954_1_filmstill_ (1)-min

12.02. / 22:00 Berlinale Palast


Pieles
Skins

Spain 2017
77′
Director: Eduardo Casanova
Cast: Ana Polvorosa, Candela Peña, Carmen Machi, Macarena Gómez

Samantha, Guille, Ana und Cristian haben etwas gemeinsam und könnten doch unterschiedlicher nicht sein. Ihre Körper sind anders als die der anderen. Ob es nun der Mund ist, die linke Gesichtshälfte, die Beschaffenheit der Haut oder das Gefühl, dass die Beine nicht zum eigenen Körper gehören. Sie alle leben und lieben im Versteckten, in sonderbar künstlichen Interieurs, und trauen sich als „Freaks“ nur selten auf die Straße. Denn die Konfrontation mit dem Rest der Welt könnte fatale Folgen haben. In der streng symmetrisch kadrierten, rosa und lila ausgestatteten Welt des Regisseurs Eduardo Casanova geht es um die „Deformierten“, zu denen auch Dicke, Kleine oder eine Frau mit zugewachsenen Augen, die als Sexarbeiterin arbeitet, zählen. Das episodische Langlmdebüt des Spaniers ist eine Weiterentwicklung seiner vorherigen Kurzlmarbeiten und beschäftigt sich in bewusst artiziellen Bildern mit Menschen, denen in ihrem gesellschaftlichen Außenseitertum nur wenige geschützte Räume bleiben. Allerdings ist die Situation nicht so aussichtslos, wie es anfangs scheint, und Schönheit ein Begriff, der im Laufe des Films mehr als eine Neuinterpretation erfährt.

OK_201715685_1
12.02. / 12:45 CinemaxX 7


La prima sueca
Swedish Cousin

Argentina 2016
20′
Director: Inés María Barrionuevo, Agustina San Martín
Cast: María Paula Mattio, Cecilia Valenzuela Gioia, Ámbar Taborda Ceballos, Nazarena García

Nicht mehr lang bis zu Catas 15. Geburtstag! Mit jedem Tag wird sie nervöser, alles missfällt ihr, das Kleid, die Ausgelassenheit ihrer Freundinnen. Auch die besonnene und zurückhaltende Cousine aus Schweden stört nur. Doch langsam weicht Catas Trübsinn einer zaghaften Annäherung. In einer sinnlichen Beobachtung fangen die beiden Regisseurinnen behutsam jugendliche Gefühlswallungen und Irritationen ein.

Paula Mattio 3 - PH Ezequiel Salinas (1)-min

12.02. / 22:00 CinemaxX 3


Richard the Stork
Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper

Germany/Belgium/Luxembourg/Norway 2016
84′
Director: Toby Genkel
Cast: Tilman Döbler, Christian Gaul, Nicolette Krebitz, Marco Eßer

„Welche Art von Spatz bist du?“ · „Ich … Ich bin ein Storch.“ Als Richard eines Herbstmorgens allein im Storchennest erwacht, ist er empört: Wie konnten ihn die anderen alleine zurücklassen! Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg nach Afrika, um seiner Storchenfamilie zu beweisen, dass er einer von ihnen ist. Was Richard nicht verstehen will: Er ist ein Spatz und von der Natur in keiner Weise für einen Langstreckenug ausgerüstet. Auf seiner Reise quer durch Europa begegnet er einer Reihe schräger Vögel, darunter maöse Krähen und hochvernetzte Tauben, aber auch die hilfsbereite Eule Olga sowie der Karaoke singende Wellensittich Kiki, die vor grandiosen Ideen nur so sprühen. Auf abenteuerlichen Wegen lernt Richard schließlich, wie gut es ist, inmitten der buntesten Vögel ein Spatz zu sein.

2017 Knudsen & Streube r, Ulysses, Walking The Dog, Mélusine Productions, Den siste skilling

12.02. / 12:30 Zoo Palast 1


Strong Island
Strong Island

USA/Denmark 2017
107′
Director: Yance Ford

Sie werde keine weiteren Aussagen zum Mord an William Ford machen und stehe auch für den Dokumentarlm nicht zur Verfügung, sagt die Staatsanwältin zu Beginn des Films am Telefon zu Yance Ford. William war Yance Fords Bruder; seine Ermordung 1992 hat die Familie in eine Schockstarre versetzt. Nicht nur weil der junge Afro-Amerikaner von einem weißen Automechaniker aus offenbar nichtigem Anlass erschossen wurde, sondern auch wegen dem, was folgte. Mit subjektiver Kamera schildert Ford die Geschichte einer schwarzen Mittelschichtfamilie in einem Amerika, das nach wie vor von Ungerechtigkeit und Rassismus bestimmt ist. Er legt ein filmisches Puzzle an, bei dem sich die einzelnen Teile nicht zusammenfügen können. In einer Verbindung aus persönlichem Essay, detektivischer Suche und dokumentarischen Interviews mit Angehörigen und Freunden zeigt er das private und politische Stimmungsbild eines Landes von Ungleichen zu Zeiten Obamas. Konzentriert und oft in minimalistischer Formensprache erzählt Ford von der schwelenden Wut, der Trauerarbeit, von seinem eigenen Coming-out als Transgender – und von der Relativität von Chancengleichheit.

201714846_1

12.02. / 17:00 CineStar 7


Vênus – Filó a fadinha lésbica
Venus – Filly the lesbian little fairy

Brazil 2017
6′
Director: Sávio Leite
Cast: Helena Ignez

Filly, die lesbische Fee, verführt in diesem animierten Märchen tagsüber als Junge verkleidet mit inken Fingern die Frauenwelt. Doch nachts passiert etwas Ungewöhnliches, und bald steht im Whatsit Village die halbe Dorfgemeinde ungeduldig Schlange.

201719833_19302_Panorama_Vorfilme_PressePromoWeb_1

12.02. / 22:00 CinemaxX 3


Wilde Maus
Wild Mouse

Austria 2017
103′
Director: Josef Hader
Cast: Josef Hader, Pia Hierzegger, Georg Friedrich, Jörg Hartmann

Georg fühlt sich wohl und sicher auf seinem Platz in einer Wiener Zeitungsredaktion: geliebt und gefürchtet, so wie es einem etablierten Musikkritiker mit spitzer Feder zukommt. Doch dann wird ihm völlig überraschend gekündigt. Eine Sparmaßnahme, erfährt er noch und steht schon draußen vor der Tür. Seiner jüngeren Frau Johanna, deren Gedanken momentan hauptsächlich um den nächsten Eisprung und das Kinderkriegen kreisen, erzählt Georg nichts. Stattdessen sinnt er auf Rache. In Erich, einem ehemaligen Mitschüler, findet er einen Verbündeten, um seiner Wut auf den Ex-Chef Luft zu machen. Aus kleinen Sachbeschädigungen wird bald größerer Terror. Zugleich versuchen sich Georg und Erich am Wiederaufbau einer maroden Achterbahn im Wiener Prater, der legendären „Wilden Maus“. Der Kabarettist und Schauspieler Josef Hader erzählt in seinem Regiedebüt ebenso komisch wie dramatisch von privaten Versagensängsten und gesellschaftlichen Abstiegsnöten der österreichischen Mittelschicht. Voll von lakonischem Witz reflektiert der Film, wie ein bürgerliches Leben aus dem Ruder geraten – und vielleicht doch wieder ins Lot kommen kann.

OK_wilde_maus_201712958_1_filmstill-min

12.02. / 15:00 Friedrichstadt-Palast
12.02. / 18:30 Toni & Tonino
12.02. / 19:00 Haus der Berliner Festspiele