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Teddy 30 – Die Retro

Zum 30. Geburtstag bekommt der Teddy Award eine Retro in der Berlinale. Einige der absoluten Perlen aus der queeren Filmgeschichte werden auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin vorgeführt, darunter herausragende Werke aus den Anfängen des Kinos wie Richard Oswalds „Anders als die Anderen“ (D 1919) und moderne Klassiker wie Cheryl Dunyes „The Watermelon Womand“ (USA 1996).

Hier findet ihr die Liste mit allen Filmen! Und sobald die Vorführzeiten feststehen, erfahrt ihre diese natürlich auch hier.


1 Berlin-Harlem Conrad Jennings - R.W. Fassbinder - Ingrid Caven

1 Berlin Harlem
Deutschland (BRD), 1974
Von Lothar Lambert, Wolfram Zobus

Legendärer Film des Super-Indies Lambert, dem zeitweise meistgespielten Berlinale-Regisseur, über die Formen des Rassismus im Lebensgefühl Berlins zur Entstehungszeit des Films. Mit Cameos Galore: Neben Hauptdarsteller Conrad Jennings sind zu erleben Ortrud Beginnen, Tally Brown, Ingrid Caven, Peter Chatel, Rainer Werner Fassbinder, Günter Kaufmann, Dietmar Kracht, Evelyn Künneke, Lothar Lambert, Y Sa Lo, Bernd Lubowski, Brigitte Mira, Vera Müller uva.


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Anders als die Andern (Different from the Others)
Deutschland, 1919
Von Richard Oswald

Eine bedeutungsvolle Weltpremiere: Erstmals wird die vom Outfest UCLA Legacy Project/UCLA Film Television & Archive realisierte, neu restaurierte Fassung dieses kulturellen Dokuments von unschätzbarem Wert vorgeführt – als 35mm-Kopie, dem einzig verlässlichen Archivierungsmedium.


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Before Stonewall
USA, 1984
Von Greta Schiller, Robert Rosenberg
Berlinale Info-Schau (später Panorama) 1985

Der legendäre Film von Greta Schiller zeigt viel von dem, was man in Roland Emmerichs Stonewall vermisste – und gibt ihm dennoch in nicht wenigen Details Recht. Die Welt „vor Stonewall“, dem Beginn der Nachkriegs-Schwulenbewegung: Das deutsche Portrait dieser finsteren Adenauerzeit, in der Schwule aus den KZs direkt in die bundesrepublikanischen Zuchthäuser wanderten und bis heute nicht rehabilitiert sind, steht noch aus.
Greta Schiller wurde später berühmt mit Paris Was A Woman, den sie zusammen mit ihrer Lebensgefährtin und Autorin Andrea Weiss 1996 im Panorama zeigte.


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Die Betörung der Blauen Matrosen
Deutschland (BRD), 1975
Von Ulrike Ottinger

Ulrike Ottinger bekam 2014 den Special Teddy Award für ihr mit nichts zu vergleichendem Lebenswerk, dessen frühes Beispiel dieser berückend queere Film ist, noch vor ihren stilsetzenden Werken Madame X und Bildnis einer Trinkerin.


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Die Wiese der Sachen
Deutschland (BRD), 1974-1987
Von Heinz Emigholz
Panorama | Teddy-Gewinner 1988

Als das neue deutsche Kino noch nicht wirklich fassbar erschien, inspirierte der Künstler und Architekt unter den westdeutschen Filmemachern mit bildstarken Collagen, Assoziations-Flüssen und intellektuellen Juxtapositionen. Ein wichtiges Werk eines wichtigen deutschen Filmemachers.


Texas, Gendernauts

Gendernauts – Eine Reise durch die Geschlechter
Deutschland, 1999
Von Monika Treut
Panorama | Teddy-Gewinner 1999

Eine der frühen Erforscherinnen der geschlechtsdualistisch eingefriedeten Welt von Frau oder Mann ist Monika Treut Pionierin und Veteranin des queeren Kinos zugleich – eine Ikone der Emanzipationsbewegungen. Sie zeigte zahlreiche ihrer Werke im Panorama.


Hedwig and the Angry Inch
USA, 2001
Von John Cameron Mitchell
Teddy-Gewinner 2001

Einst hieß Hedwig Hansel und lebte, noch vor dem Mauerfall, in Ost-Berlin: ein einsamer Junge, der Trost allein auf AFN und bei westlicher Rockmusik findet. Zwei Träume hat der Knabe: ein Rockstar zu werden und seine „andere Hälfte” zu treffen. Womöglich offenbart sie sich ihm ja in Gestalt des GIs, der ihm Liebe und Freiheit in den USA verspricht? Und weil er Hansel heiraten will, unterzieht sich dieser einer – missglückenden – Operation, die bei Hedwig einen „angry inch”, einen „schäbigen Rest”, zurücklässt.


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Je, tu, il, elle (I, You, He, She)
Frankreich / Belgien, 1974
Von Chantal Akerman

In ihrem Grenzen sprengenden Spielfilmdebüt stellt Chantal Akermann selbst eine junge Frau dar, die ihre erlebte Isolation mit dem Studium anderer Individuen zu begegnen sucht. Panorama zeigt im Gedenken an Chantal Akerman zwei ihrer Filme: neben Je, tu, il, elle auch ihren Panorama-Beitrag von 1983, Toute une nuit.


Looking for Langston

Looking for Langston
Großbritannien, 1989
Von Isaac Julien
Panorama | Teddy-Gewinner 1989

Inzwischen ein Star im Bereich Video Art ist Isaac Julien auch und zuvörderst poetischer Aktivist, Ästhet und Kulturhistoriker im emanzipatorischen Dienst. Aus der Montage von Archivmaterial mit Spielszenen und literarischen Texten entsteht ein Bild schwuler schwarzer Identität, für die Leben und Werk von Langston Hughes zurzeit der „Harlem Renaissance“ im New York der 1930er und 1940er-Jahre exemplarisch steht.


Machboim

Machboim (Hide and Seek)
Israel, 1979
Von Dan Wolman
Berlinale Info-Schau (später Panorama)1980

Heute wie vor 36 Jahren: Liebe zwischen Arabern und Juden wird bestraft, Hass und Morden wird als Normalität verhandelt. Dan Wolman wirft früh einen mutigen Blick auf diese niemals zu akzeptierende Situation.


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Marble Ass
Jugoslawien, 1995
Von Želimir Žilnik
Panorama | Teddy-Gewinner 1995

Der Jahre nach dem Mauerfall offen zutage tretenden Homo- und Transphobie der Balkangesellschaften setzte Zilnik früh ein anarchistisches Zeichen entgegen. Einer der ungewöhnlichsten Filme aus der ganzen Region, bis heute.


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Nitrate Kisses
USA, 1992
Von Barbara Hammer
Forum 1993

So noch nie gesehene, sensibel-schöpferische Eroberung des sexuellen Raums für Frauen, radikal jenseits der Vorgaben der Mainstream-Kultur. Barbara Hammer zeigte viele ihrer Werke auf der Berlinale.


Watermelon Woman

The Watermelon Woman
USA, 1996
Von Cheryl Dunye
Panorama | Teddy-Gewinner 1996

Im Emanzipations- und Genderdiskurs könnten rassistische Anwandlungen aufgelöst scheinen – weit gefehlt. Rassismus als der Mainstreamkultur inhärent wird von alternativen Denkerinnen nicht notwendigerweise als solcher erkannt. Dunye setzt mit der Betrachtung einer repräsentativen Figur dieses Komplexes ein Zeichen.


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Tongues Untied
USA, 1989
Von Marlon Riggs
Panorama | Teddy-Gewinner 1990

Ein frühes Werk queerer schwarzer Emanzipation vom damaligen Hoffnungsträger der afro-amerikanischen Schwulenbewegung – auch dieser Künstler und Intellektuelle starb viel zu früh an Aids.


Toute une nuit (5) (Akerman)

Toute une nuit (A Whole Night)
Frankreich / Belgien, 1982
Von Chantal Akerman
Berlinale Info-Schau (später Panorama) 1983

Die Regisseurin der ersten Stunde in der Nachkriegs-Gender-Betrachtung war gleich im dritten Jahr der Info-Schau mit diesem Werk vertreten. Meisterhafte Stimmungen zwischen Mensch und Material, zwischen Geist und Welt und Zeit und Raum zeichnen die Werke dieser leidenschaftlichen Künstlerin aus, die sich im Oktober 2015 das Leben nahm. Panorama zeigt in ihrem Gedenken zwei Filme: neben Toute une nuit auch ihr Debut von 1974, den radikalen Je, tu, il, elle.


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Tras el cristal (In a Glass Cage)
Spanien, 1987
Von Agustí Vilaronga

Ein Skandalfilm zur Entstehungszeit: Ein Altnazi und sein junger Pfleger in Spanien. Ein wahrlich finsteres Werk zu düsteren Themen, der Versteckt- und Verstocktheit der spanischen nachfaschistischen Welt, die noch nicht begonnen hat, sich analytisch und politisch mit ihrer dunklen Zeit auseinanderzusetzen. 2000 gewann Vilaronga mit El Mar den Manfred-Salzgeber-Preis.