4. Tag: Die Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt

Die Außenwelt der Innenwelt, das ist die Innenwelt der Außenwelt, wenn die Außenwelt sich eine eigene Innenwelt mit einer Außenwelt leistet. Die Innenwelt des TEDDYS, das ist zunächst die Außenwelt der queeren Familie, die sich speist aus der Innenwelt dieser Außenwelt. Der Teddy fragt, woher kommen wir, wohin gehen wir? Die Filme rufen über den Abgrund des Unverständnisses Antworten, die manchmal im Nichts verhallen und manchmal im Meer des Verstehens große Wellen schlagen. Am Strand geschliffen von der Bewegung des Wassers bleiben sie liegen im Sand der Menschheit, die Bernsteine der Kultur, die bewahren, was wir waren. Perlen der Kultur, viele noch unentdeckt. Was wird es geben in diesem Jahr in den nächsten Jahren? Was wird eine Perle am Strand, was eine vor der Sau? Welcher Bernstein wird gefunden, welcher im Sand vergraben? Und was war sonst? Sonst war nichts? Nein, sonst war nichts? Oder?

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3. Tag: Sotschi! – Gesundheit!

Gesundheit! Mehr kann man der russischen Regierung und allen voran Putin in diesen Tagen nicht wünschen, als geistige Genesung. Zeitgleich mit der Berlinale begannen in diesem Jahr die XXII. Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi. Doch längst geht es bei diesem Sportereignisse nicht mehr nur ums Skilanglaufen, Rodeln und Curling. Die Olympischen Spiele waren und sind durch ihre jeweiligen Austragungsorte ein politisches Ereignis, egal ob 1936, 1980, 2008 oder 2014. Ein Ereignis, das in diesem Jahr in einem Land stattfindet, das die Rechte von Andersdenkenden, von Oppositionellen, von Queeren verletzt, Menschen ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung beraubt, sie unterdrückt, verhaften lässt und für ein Klima der Angst sorgt.

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2. Tag: TEDDY PARTY – Let’s go wild

Der TEDDY ist kein scheues Reh, dennoch sieht man ihn nur selten in seiner natürlichen Umgebung, da er an ca. 354 Tagen des Jahres schläft und sich ausruht. Wenn andere Bären sich langsam für ihren Winterschlaf in ihre Höhlen zurückziehen, wird der TEDDY langsam munter. Im November wird sein Schlaf flacher, seine Träume werden aktiver. Er beginnt aufzuwachen, was mitunter 3-4 Monate dauern kann. Doch dann ist er mit einem Schlag wach, er stürmt zu den internationalen Stars in der deutschen Hauptstadt, die – wie er insgeheim weiß – nur seinetwegen angereist sind, lässt keine Party aus und ist am Ende traditionell selbst der Gastgeber der von Experten als „Beste Party der Berlinale“ bezeichneten TEDDY-PARTY. Doch in diesem Jahr ist alles anders!

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1. Tag: Alles neu macht der TEDDY

Die Lichter gehen aus, der Vorhang öffnet sich und auf der weißen Leinwand zeigt sich uns das Panorama der Welt. Und dann ist plötzlich alles anders. Der TEDDY hat sich in seinem Sommerschlaf im letzten Jahr stark verändert. Er hat sich einen neuen Pelz zugelegt und dieses Blog als seinen Zweitwohnsitz, seine Zweithöhle offiziell bezogen.

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Verloren in Übersetzung

Wenn man eine Blögin für ein internationales Filmfestival macht, möchte man natürlich auch, dass die Menschen aus aller Welt verstehen, was dort über die Filme, Veranstaltungen und Künstler geschrieben wird. Deutsch, auch wenn es nach Anzahl der Muttersprachler die größte Sprache Europas ist, kann dabei aber insgesamt nur einen kleinen Teil der Weltbevölkerung erreichen. Mittlerweile hat sich jedoch das Englische als Lingua franca auf dem internationalen Parkett durchgesetzt, sodass Texte in der Regel nur noch in eine Sprache übersetzt werden müssen. Das machte vieles einfacher.

Gleichzeitig sollte man die Tücken des Übersetzens aber nicht unterschätzen, denn man kann leicht in ungeahnte Probleme geraten. So wurde ein Freund unlängst in Schweden gefragt, ob er die schwedische Nationalhymne kenne: „Ja, jag vill leva, jag vill dö i norden…“ (Ja, ich möchte leben, ich möchte sterben im Norden…) Natürlich, der Satz war ja vor der Reise extra gelernt worden und so bejahte er und sagte „Ja, jag vill leva, jag vill döda här i norden…“, was leider nicht ganz dem Original entsprach und bedeutete: Ja, ich möchte leben, ich möchte töten hier im Norden. Die sozialen Kontakte in Schweden blieben anschließend leider aus.

Schlimmer noch scheint allerdings die Situation in Dänemark zu sein, wo selbst die Dänen untereinander kaum noch miteinander kommunizieren können. Aber an dieser Stelle geht es ja eigentlich nicht um Schwedisch-Deutsche oder Dänisch-Dänische Übersetzungen, sondern um das Überführen deutschen Texten ins Englische. Auch da gibt es genug Probleme: So kann ein Akrobat im Deutschen zwar eine doppelte Schraube darbieten, wenn er im Englischen aber „a double screw“ macht, scheint es eher, dass er nebenbei als Werkzeughersteller tätig ist.  Auch die Spielfreude einer Schauspielerin bleibt den englischen Lesern als „playjoy“ wohl eher verborgen.

Und die andere Richtung, also vom Englischen ins Deutsche? Wie übersetzt man denn eigentlich ‚queer‘? Nennt man es ‚quer‘ und prägt damit einen neuen Begriff? Oder sagt man ‚schräg‘, weil es ja nicht ‚straight‘ ist? Und was ist überhaupt mit ‚straight‘? Gibt es dafür einen deutschen Begriff? – „Ja!“, hat mal eine angeheiterte Bekannte ausgerufen, „Langweilig!“.  Das ist dann aber sicherlich so wenig politisch korrekt wie ein schwuler Pass im Fußball. Na ja, der Engländer würde sagen, sie hat da wohl nur jemandem am Bein gezogen. Auf der Blögin geht das aber nicht, denn sonst wäre bald meine Schreiblizenz weg und dann könnte ich nur noch sagen: There we have the salad. Demnach bleibt es wohl dabei, dass ich bei den Oversittingen in der Translation verloren bleibe.

Beste Rücksichten,
Seb