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„Auf frischer Tat ertappt“

Die Menschen gehen normalerweise in die Sauna, um sich etwas Gutes zu tun. Mona Iraqi hat andere Gründe, sie will dort Männer bloß stellen und ins Gefängnis bringen. Oder wie sie es nennt, für Ordnung sorgen.

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Foto: Mona Iraqi on Facebook

Mona Iraqi hat es sich sozusagen zur persönlichen Aufgabe gemacht, die Moral in Ägypten wiederherzustellen. Dafür ist der Journalistin im Grunde jedes Mittel recht. Im Dezember letzten Jahres gelang ihr dann der ganz große Coup – 26 Männer* wurden aus einem Hamam gezerrt und mit Mannschaftswagen abgeführt.

Dass sie mit ihrem Live-Bericht die Einschaltquoten in die Höhe trieb, dürfte für Iraqi nur eine positive Begleiterscheinung gewesen sein. Ihrer Meinung nach hat sie den größten Sündenpfuhl für homosexuelle Gruppenperversionen in Kairo aufgedeckt. Dabei ist Homosexualität in Ägypten offiziell noch nicht einmal verboten. Dafür gibt es jedoch einen nützlichen Paragraphen aus dem Jahr 1961. Dieser stellt „sexuelle Ausschweifungen“ unter Strafe. Nach Ansicht der Behörden haben die Männer eben gegen diesen Paragraphen verstoßen. Der Hauptbeweis: Alle im Hamam waren nackt oder hatten nur ein Handtuch um.

Die Verhaftung der 26 Männer ist nur der Höhepunkt einer homophoben Hetzjagd. Schon mit ihrem Dreiteiler „Schwule und Aids in Ägypten“ sorgte Iraqi für Aufregung. Ehrensache also, dass sie die Polizisten persönlich zu Ort und Stelle rief.

*Die Männer wurden Anfang des Jahres von einem Gericht in Kairo freigesprochen. Der zuständige Richter erklärte, dass „die Angeklagten unschuldig sind“.