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MEET THE JURY : MUFFIN HIX

Name: Muffin Hix
Land: USA
Festivals: BFI Flare London LGBT Film Festival, Fringe! Queer Film & Arts Fest

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Wie findest du Berlin? Was macht für dich das Besondere der Stadt aus?

Ich war bis jetzt immer nur im Winter in Berlin – ich muss wirklich mal im Sommer hin, um die Stadt richtig zu erleben! Aber sogar mit einem hektischen Festival Terminplan und der klirrenden Kälte schaffe ich es immer, die kleinen Ecken der Stadt, die Galerien und das Nachtleben auszukundschaften. Wie heißt nochmal diese Bar, wo pinkes Fell an den Wänden klebt? Ich erinnere mich wie ich dort rein ging und dachte „YES!“.

Wie würdest du die Berlinale in einem Satz beschreiben?

Die Berlinale ist die große, winterliche Bärenumarmung jedes Jahr, wo die Chance groß ist alte Freunde wiederzutreffen und deinen persönlichen Film des Jahres zu sehen.

Was war dein erster Kontakt mit dem TEDDY AWARD?

Ich hab 2010 das erste Mal vom TEDDY gehört und konnte ihn dann 2011 auf der Berlinale das erste Mal live erleben. Mit diesem kleinen Stamm zu allen Screenings zu gehen und sich beim Queer Programmers Meeting zu treffen – das gab mir gleich ein Gefühl, auf der Berlinale zu Hause zu sein, die das erste Mal ein bisschen (sehr) einschüchternd sein kann.

Was bedeutet der TEDDY AWARD in deinen Augen? Wofür steht er? Was macht ihn einzigartig?

Der TEDDY AWARD ist eine Art, die Kunstfertigkeit und den Mut in den Filmen zu unterstützen und zu erkenne, die sich mit den persönlichen und politischen Erfahrungen der LGBTQIA Community in unserer Welt auseinandersetzen. Es geht darum, auf aktuelle Geschehnisse zu reagieren und unser (einst so schwer greifbares) queeres Erbe zu schützen. Die Filme die wir sehen werden gehen davon aus, von der Bestätigung, weltweit überhaupt anerkannt zu werden. Der TEDDY AWARD kann ein mächtiges Symbol der Akzeptanz und der Relevanz sein, das die Leben der Filmemacher*innen ändern kann und noch viel wichtiger, Millionen Andere da draußen erreichen kann. Und ein Teil dieser Jury zu sein ist wirklich wichtig für uns. Das heißt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, etwas Wichtiges in unsern Communities zu machen.

Erzähl uns von einem Film, den du kürzlich gesehen hast.

Manchmal siehst du als Programmierer*in so viel Filme auf einem winzigen Bildschirm mit deinen Kopfhörern auf, dass es komisch ist, wirklich mit deinen Freund*innen ins Kino zu gehen und einen Film zu gucken. Aber das ist so wichtig – dieses Treffen im Dunkeln, um zusammen in eine andere Welt transportiert zu werden, das ist das was Kino so magisch macht.

Letzte Woche bin ich ein eins meiner Lieblingskinos in East London gegangen, das Genesis, und habe Whiplash gesehen. Das Kino hat einen kleinen Saal voll mit großen, gemütlichen Sofas – es ist so ein Luxus, schön eingemummelt einen Film zu sehen, der dich von Anfang bis Ende fesselt (lachen, weinen, schreien!). Wenn mir irgendjemand vorher gesagt hätte, dass die Proben eines jungen Jazzstudenten mich so unterhalten würden, hätte ich ihnen nicht geglaubt. Aber jetzt bin ich eines Besseren belehrt!

MEET THE JURY : DIEGO TREROTOLA

Name: Diego Trerotola
Land: Argentinien
Festival: LGBTIQ Film Festival Asterisco

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Wie findest du Berlin? Was macht für dich das Besondere der Stadt aus?

Kino ist meine Landkarte für die Welt. Deswegen ist Berlin für mich eine Reihe von Bildern von Rainer Werner Fassbinder, Rosa von Praunheim und insbesondere von Emil Jannings und seinen (und meinen) Uniform-Fetisch durch die Augen von F.W. Murnau in Der letzte Mann (1924). Großstädte sind große Illusionen und das war Berlin für mich als ich 2010 das erste Mal dort war.

Wie würdest du die Berlinale in einem Satz beschreiben?

Riesig, herausfordernd, exzentrisch, aber hauptsächlich leiden-schaftlich, strahlend und sanft wie ein goldener Bär.

Was war dein erster Kontakt mit dem TEDDY AWARD?

Als ich in den frühen 90ern Filmkritiker in Buenos Aires wurde, entdeckte ich gleichzeitig das Aufkommen des New Queer Cinema und den TEDDY.  Die Filme Poison von Todd Haynes und Go Fish  von Rose Troche haben mir die Kraft vom TEDDY AWARD damals bestätigt.

Was bedeutet der TEDDY AWARD in deinen Augen? Wofür steht er? Was macht ihn einzigartig?

Der TEDDY ist eine Suche nach einer anderen Perspektive im kontemporären Kino und ein Treffpunkt für Menschen, die sich mit internationalem Kino und sexueller und Gender-Vielfalt beschäftigen. Für mich als Filmfestivalkurator ist der TEDDY auch ein großer Einfluss, da die Auswahl der Filme immer erstklassig ist. Auf einer persönlichen Ebene finde ich das Logo des TEDDY, den von Ralph König gezeichneten Bären, echt heiß, weil Bären mich erotisch anziehen!

Erzähl uns von einem Film, den du kürzlich gesehen hast.

Ich habe eine neue Susan Sontag in einer Dokumentation über sie entdeckt: ein Porträt einer großartigen Schriftstellerin und einer Community von Begehren, Literatur und Kino während der späten Fünfziger und der Sechziger. Sontag hat die Grenzen ihrer Zeit ausgetestet mit großartigen, innovativen Ansichten über Kultur, insbesondere queere Kultur.

MEET THE JURY: GUSTAVO SCOFANO

Name: Gustavo Scofano
Land: Brasilien
Festival: Festival do Rio, the Rio de Janeiro International Film Festival

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Wie findest du Berlin? Was macht für dich das Besondere der Stadt aus?

Ich liebe Berlin. Ich komme seit 2008 öfter in die Stadt und es ist immer noch einer meiner Lieblingsorte. Es ist ein Klischee, aber die tollen Leute hier sorgen immer dafür, dass ich eine tolle Zeit in Berlin habe.

Wie würdest du die Berlinale in einem Satz beschreiben?

Großartig, ein sehr vielfältiges Programm, ein grandioser Mark und die besten Partys der Festivalbranche!

Was bedeutet der TEDDY AWARD in deinen Augen? Wofür steht er? Was macht ihn einzigartig?

Der TEDDY AWARD ist großartig, nicht nur, weil er Filmen Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit verleiht, die normalerweise nicht so viel Zeit auf der Leinwand bekommen würden, sondern auch für die Pionierarbeit, die er geleistet hat. Wie der Award mit der Berliner Kunst- und queeren Szene kommuniziert und das große Netzwerk an Filmemacher*innen, Künstler*innen und Kurator*innen weltweit, das über die letzten Jahre entstanden ist, diese beiden Faktoren sind bemerkenswert.

Erzähl uns von einem Film, den du kürzlich gesehen hast.

Ich muss von zwei Filmen erzählen! Im Dezember habe ich Andrei Konchalovskys The Postman’s White Nights gesehen, den ich vorher verpasst hatte und war von Ehrfurcht ergriffen. Die Liebe und Zuneigung die der Film seinen Charakteren zeigt, verbunden mit der eisigen Szenerie haben den Film zu einer echten Erfahrung für mich gemacht. Der zweite ist Sodbrennen von Mike Nichols. Den habe ich am Neujahr zum x-ten Mal gesehen und er wird immer noch besser. Das ist wirklich der perfekte Film für mich, wenn es sowas geben kann.

MEET THE JURY : BRADLEY FORTUIN

Name: Bradley Fortuin
Land: Namibia
Festival: Batho Ba Lorato Film Festival

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Wie findest du Berlin? Was macht für dich das Besondere der Stadt aus?

Berlin ist eine sehr schöne Stadt, voll von schönen Menschen, außergewöhnlichen Plätzen und Sehens-würdigkeiten. Die Fülle an Geschichte, Kunst, Mode und sogar moderner Technik – die ich besonders liebe und bewundere – macht Berlin im Gegensatz zu allen anderen Metropolen zu etwas Besonderem

Wie würdest du die Berlinale in einem Satz beschreiben?

Eine großartige Plattform, die uns hilft, herausragende Talente zu fördern und zu würdigen und die die Welt gleichzeitig verändert!

Was war dein erster Kontakt mit dem TEDDY AWARD?

Mein erster Kontakt mit dem TEDDY AWARD war auf YouTube, nachdem ich von dem Award in einer Zeitschrift gelesen hatte. Seitdem träume ich davon, einmal an ihm teilzunehmen.

Was bedeutet der TEDDY AWARD in deinen Augen? Wofür steht er? Was macht ihn einzigartig?

Der TEDDY AWARD ist für mich wie eine Stimme für die Stummen. Der TEDDY hilft dabei, das Leben von Menschen zu verändern und inspiriert sie, besser zu werden nicht nur was ihre Kunst betrifft, sondern als individuelles menschliches Wesen. Er feiert die LGBTI Community und schafft Bewusstsein, während er gleichzeitig bildet. Ich liebe das. Er bringt Menschen von überall auf der Welt und mit verschiedenen Hintergründen zusammen und schafft eine große, glückliche Familie. Wie ein Teddybär schafft er einen warmes, wohliges und einladendes Gefühl.

Erzähl uns von einem Film, den du kürzlich gesehen hast.

Der letzte Film, den ich gesehen habe war Die Bücherdiebin von Brian Percival, den ich außerordentlich fesselnd und bewegend fand. Sehr gut geschrieben und Regie geführt.

MEET THE JURY: NICK DEOCAMPO

Name: Nick Deocampo
Land: Philippinen
Festival: Quezon City International Pink Film Festival

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Wie findest du Berlin? Was macht für dich das Besondere der Stadt aus?

 Ich war bereits mehrmals in Berlin. Berlin war 1983 die erste Stadt, die ich nach einem Filmstudium in Paris besucht habe, um die Berlinale zu besuchen, mein erstes internationales Filmfestival. Die Festival Location war noch im alten Stadtzentrum, nicht dort, wo sie jetzt ist. Seitdem war ich mehrere Male bei der Berlinale, einmal habe ich als Juror für den  NETPAC Award  den besten Asiatischen Film 2001 ausgewählt. Aus allen europäischen Städten ist Berlin wie ein zweites Zuhause für mich. Die besondere Kinokultur macht die Stadt besonders, der große Respekt für alle Formen von Kino ist das, was ich am meisten bewundere. Hier habe ich alternatives und radikales Filmemachen und LGBT Kino kennengelernt. Ich habe so viel vom Treffen mit Filmemachern*innen und Festival-organisator*innen gelernt. Es gibt außerdem viele Orte, an denen Filmkultur anzutreffen ist. Jedes Mal wenn ich in Berlin bin besuche ich das Filmmuseum und Buchläden.

Wie würdest du die Berlinale in einem Satz beschreiben?

Die Berlinale ist ein Knotenpunkt für alle Filminteressierten und bringt Menschen zusammen, die eine Leidenschaft für Filme haben.

Was war dein erster Kontakt mit dem TEDDY AWARD?

 Ein philippinischer Film namens Ang Lalaki sa Buhay ni Selya (Der Mann in ihrem Leben) hat den TEDDY AWARD gewonnen, da habe ich das erste Mal vom TEDDY gehört.

Was bedeutet der TEDDY AWARD in deinen Augen? Wofür steht er? Was macht ihn einzigartig?

Er ist einzigartig, weil er LGBT Filme im Rahmen eines großen Festivals ehrt. Nicht bei vielen Festivals ist dies der Fall. Der Mut, sich für Filmermacher*innen mit alternativen sexuellen Orientierungen zu engagieren weitet die Grenzen filmischer Ausdrucksweise aus. Für Filmemacher*innnen, die auch Festivalkurator*innen sind, so wie ich, gibt es viel zu lernen sowohl von kreativen als auch organisatorischen Aspekten einer solchen Veranstaltung.

Erzähl uns von einem Film, den du kürzlich gesehen hast.

Als Organisator des neu-gegründeten Quezon City International Pink Film Festival in den Philippinen habe ich viele LGBT Filme gesehen, die eingereicht wurden. Das Festival soll das größte LGBT Film Festival in Asien werden, deswegen habe ich viele asiatische Filme gesehen. Ich war sehr beeindruckt von den Transgenderfilmen, die meiner Meinung nach zu den aussagekräftigsten Filmen innerhalb der LGBT-Filme geworden sind. In der Region gibt es viele Transgenderfilme insbesondere über Transgenderfrauen. Filme wie Thi Tham Nguyens Madam Phung’s Last Journey  (Vietnam), Vanna Hems Karma (Kambodscha) und Eduardo Roy Jr.s Quickchange (Philippinen) sind außergewöhnliche Filme, die Transgender in ein neues Licht rücken. Aber das geschieht nicht nur in Asien, es scheint weltweit einen Anstieg von Transgenderfilmen zu geben. Ich habe auch US-Filme wie PJ Ravals Trinidad und viele europäische Filme in diesem Genre gesehen.