DER TEDDY AWARD UNTER COVID-19

 Auch wenn es so scheint, als ob die Welt bis auf weiteres stillsteht, läuft der TEDDY AWARD weiter auf Hochtouren! Keine noch so hartnäckige Pandemie kann die 35. Ausgabe des TEDDY AWARDS davon abhalten, die gleiche freudige Energie mit der LGBTQ+ Community und weit darüber hinaus zu teilen.

Das Festival findet dieses Jahr in zwei Stufen statt: In der ersten Stufe der 71. Berlinale – vom 1.-5. März 2021 – werden auf den TEDDY AWARD Online-Plattformen täglich Live-Studio-Talks, Diskussionen, Panels und Interviews zu aktuellen Filmen und den brennendsten Fragen und Entwicklungen der queeren Medienbranche gestreamt. Die Filmmarktevents Queer Academy Summit, Programmers Meeting und Queer Connection werden ebenfalls online stattfinden, sodass sich queere Medienschaffende bestmöglich untereinander vernetzen können.

All das wird, parallel zum European Film Market, sowohl für Fachbesucher*innen aber auch für das allgemeine Publikum zugänglich sein.

DIE TEDDY AWARD PREISVERLEIHUNG

Die zweite Stufe findet vom 9.-20. Juni statt – live vor Ort in Berlin, in Kinos und Open Air, mit unserem geliebten Publikum. Der TEDDY AWARD wird wie immer mit Berichterstattung und Interviews zu den queeren Filmen der Berlinale präsent sein. Als ein Höhepunkt feiern wir in der 35. TEDDY AWARD GALA mit euch das queere Kino, natürlich unter Beachtung der notwendigen Hygienemaßnahmen. Unsere Sommer-Aktivitäten werden ebenfalls live gestreamt und so geplant, dass sie notfalls auch als reine Online-Veranstaltung durchführbar sind.

Mit dem 35. TEDDY AWARD wollen wir in diesen chaotischen Zeiten einen Regenbogen der queeren Freude, Sichtbarkeit und Gemeinschaft mit euch teilen.

>> Aktuelle Informationen findet ihr wie immer hier im TEDDY Blog.

Was ist aus den Filmproduktionen 2020 geworden?

Nur wenige Tage nach dem rauschenden Höhepunkt der Berlinale – der TEDDY GALA 2020 – gingen überall, nicht nur in unseren Hallen, die Lichter aus.

Wie ihr alle nur zu gut wisst, hat die Covid-19-Pandemie Kulturstätten und Kulturschaffende besonders hart getroffen und die Luft zum Atmen sprichwörtlich dünner gemacht. Weltweit wurden Kinos geschlossen, Filmfestivals mussten abgesagt oder in den digitalen Raum verlegt werden. Gleichzeitig wird das private Kino, das Filmerlebnis Zuhause, dank der zahlreichen Streamingdienste zum beliebten Abendprogramm.

Aber was ist mit den Filmen? Waren diese nicht für das Kino gemacht und nicht dafür als abendliche Nebenbeschäftigung für’s Wäschezusammenlegen herzuhalten?

Wir haben für euch bei den TEDDY Filmemacher*innen 2020 nachgefragt, was mit ihren gerade erst neu erschienenen Filmen passiert ist und, wie es ihnen unter den scheinbar nicht zu endenden Restriktionen ergeht.

 

Die Berlinale 2020 – eines der letzten Festivals vor dem Lockdown

Viele Filmemacher*innen berichten, dass die Berlinale zum Teil das einzige „analoge“ Festival war, an welchem sie teilnehmen konnten.

„Last year has been a very strange one but we have to say that we have been lucky in many ways. We managed to have our premiere in Berlin with you and also our national premiere at a film festival here in Stockholm before everything closed down. We are really thankful for that and still think about our time in Berlin and […] the amazing response we got from the audience <3“

Hannah Reinikainen – Director from ‚Always Amber‘

„The Berlinale was the first and last festival we had the luck to be live at! Days after that we went back home and locked ourselves down… And we are still there.
I feel grateful though; I can’t think of a better place to have our only in-person live projection, being able to share with colleagues and audiences. […] It was beautiful to remember this strange year it has passed. Of course, our most beloved memories of it are from Berlin.“

Martina Matzkin – Director of ‚El nombre de Hijo‘

„Berlinale was a great breakthrough for the film around the globe, during weird times… The movie is still traveling, this is so important for our LGBTQ+ community. It means a lot!!! […]
Also the movie was presented on many special screenings involving the Transgender Community in Brazil, and for Educational propose.“

Diana Moro – Producer of Alice Júnior

 

Von Live zu Online – wie verändert das die Filme?

Viele der TEDDY Filme 2020 konnten trotz Covid-19 auf zahlreichen Filmfestivals weltweit gezeigt werden, wenn auch meist online.

„We are quite happy with ‚The Twentieth Century‘, though the pandemic has been hard for the movie industry, and especially arthouse films. Festivals tried to adapt as quickly as possible by switching online, which is a good thing because it keeps the circuit open, though the collective experience of screenings is not the same.“  

Marc Nauleau – Producer of ‚The Twentieth Century‘

„During this last year, we have been virtually traveling with our short film all around the world: Argentina, Germany, Spain, Sweden, Switzerland, US, UK, Albania, the Netherlands, Belgium, Russia, Estonia, Chile… And we plan on continuing the trip! It was amazing being able to share our piece with such diverse audiences. We are thrilled by all this!“

Martina Matzkin – Director of ‚El nombre de Hijo‘

„Extractions seemed to do well at festivals […]. I found even virtually attending festivals to be difficult during times the programs were geolocked to certain regions. At the same time I got a lot of positive feedback about the film, and was able to participate in panels and discussions through zoom, which was really lovely. I think that film was a uniquely suited medium for switching to online presentations. However it can quickly get overwhelming to be watching films on a little computer screen all year. „

Thirza Cuthand – Director of ‚Extractions‘


Während sich einige Filme relativ gut vom Kino auf den Computerbildschirm übertragen lassen, so sehen andere Filmemacher*innen in der virtuellen Filmpräsentation keine angemessene und dem Film gerechte Alternative. Resigniert berichtet Nicolaas Schmidt über seinen Film Inflorescence:

„Im Wissen, dass Inflorescence, wie die meisten meiner Arbeiten, für Kino produziert war und von dessen spezielle Erfahrungen lebt, tat ich mich sehr schwer mit der Entscheidung, den Film dann doch auch online zur Verfügung zu stellen. (Das fühlte sich dann schon an wie Verrat an der Arbeit bzw. der eigenen Person.)“

Nicolaas Schmidt – Director of ‚Inflorescene‘

 

Auch Heinz Emigholz kämpft mit der Präsentation seines Film ‚Die letzte Stadt‘. Er wartet auf die Öffnung der Kinos.

„Der Kinostart war für den Dezember 2020 geplant, dann auf Februar verschoben und ist jetzt weiter standby. Die Online-Veröffentlichung ist für uns jetzt noch keine Alternative, wir warten bis die Kinos wieder öffnen. Auch wenn einige Festivals online stattfanden, ist die Sichtbarkeit des Films durch Covid-19 deutlich geringer, Festivals sind sonst der Multiplikator für die Filme von Heinz Emigholz.“

Frieder Schlaich – Producer of ‚Die letzte Stadt‘

 

Wie macht man Filme während einer Pandemie?

Wie läuft das Filmemachen unter Covid-19 ab? Die Filmemacher*innen berichten über sowohl laufende wie auch kommende Projekte.

Thirza Cuthand über den Dreh und das ungewöhnliche Editing per Zoom:

„The last film I made last year was a short drama featuring special effects, stunts, and driving. And VFX. We were lucky to be able to shoot in a small window when the case numbers of COVID were very low, before the September second wave began. I was not sure how editing would go, but we made it work remotely through a lot of zoom sessions with screen sharing between the editor, myself, and the producer. […] It was a very strange way to make a film but the fact we were able to shoot it still was pretty awesome. This year the films I am working on are either still in the script stage, or are very experimental and I will be the only crew person filming things around my neighbourhood.“

Thirza Cuthand – Director of ‚Extractions‘

 

Heinz Emigholz arbeitet gleichzeitig an mehreren Filmen und einer Ausstellung:

„Letzte Woche haben wir mit den Dreharbeiten seines neusten Films ‚Schlachthäuser der Moderne‘ in Berlin begonnen, die wir ab April in Bolivien und Argentinien fortsetzen wollen. Das wird Pandemie-bedingt wahrscheinlich nicht klappen, wir stellen uns auf eine Verschiebung ein.

Es gibt also einen ideellen und einen wirtschaftlichen Verlust, der uns bisher aber nicht stoppen konnte, weiter Projekte zu entwickeln und zu produzieren. „

Frieder Schlaich – Producer of ‚Die letzte Stadt‘

 

Auch Martina Matzkin nutzt die Zeit des Lockdowns effektiv:

„As for our future plans, we had to stop the shooting of our first feature-length documentary. But we expect to start again soon. In the meantime, we have had the time to revisit the shot material and to develop new projects. We have even had the luck to be at online development labs and workshops… We have no plans to stop making films!“

Martina Matzkin – Director of ‚El nombre de Hijo‘


Wir wünschen allen Filmemacher*innen alles Gute für ihre weiteren Projekte und Filme. Haltet durch! Wir sind gespannt und freuen uns sehr darauf, was wir von Euch zu sehen bekommen.

Hier findet ihr noch weitere Videostatements der TEDDY Filmemacher*innen.

https://vimeo.com/showcase/8180348

Wenn ihr noch mehr über die Situation der Filmindustrie, -produktion und der Filmemacher*innen wissen wollt, klickt euch gerne durch die folgenden Links. Es gibt soviel zu entdecken!

–> Hier geht’s zum TEDDY Talk – A look back to the future. (Live am Mittwoch, dem 03.03., 16Uhr)

–> Hier zur großen Programmübersicht der TEDDY TALKS 2021 

 

GEWINNER Writers‘ Challenge

Ihr wisst mal wieder nicht, was für einen Film ihr schauen wollt? Da wir leider noch auf etwas mehr Sonnenschein und Frühlingsgefühle warten müssen bis wir die TEDDY Filme 2021 bei der Berlinale Part #2 zu Gesicht bekommen, präsentieren wir Euch mit einem Trommelwirbel den Gewinner unserer Writers‘ Challenge 2021:

Krzysztof Dubicki schreibt über seinen liebststen Queerfilm AND THEN WE DANCED (2019) von Levan Akin.

Cinema knows a lot of love stories with the art of dance as a beautiful background to the core of the human connection, passion and excitement. Where there are devotion and dedication there are emotions and feelings. Some of them – like love – can take us to the sky and some of them – like a heartache – can make us melancholic and full of grief.

Levan Akin tells a moving story of Merab and Irakli, two Georgian male dancers from the Georgian dance school and their passionate way to discover their feelings for each other. As a background to the love elation, the director shows us amazing images of Tbilisi, the country’s culture and family’s connection and respect for the country and the traditional Georgian dance, that makes this film so unique and graceful, but also really masculine and strong. Scenes, where this dance is being performed, are just a delight. Especially that they are spiced with the amazing sound of Georgian music, that takes a spectator to the journey inside the tradition and folklore.

Merab (played by amazingly good Levan Gelbakhiani) is intensively training with his girlfriend wannabe, Mary to get into the National Georgian Ensemble, being focused on his future and achieving perfection. His steady mindset is being interrupted by the arrival of Irakli (in this role a very charismatic and handsome Bachi Valishvili), who becomes not only his rival during the dance classes but also an object of Merab’s affection and distraction. The mix of sensuality and masculine energy of the dance brings boys together as they are both starting to discover the lust towards each other. Conservative climate of the country and approach towards LGBT communities in Georgia creates a lot of hate towards gay people. It pushes them, to hide their true identities and live their life the way they are expected to. Merab’s love for Irakli (which feels like his first-ever true love) helps him realize who he truly is. The intensity of feelings towards someone, who has become his secret lover brings a lot of excitement but also confusion and drama, that affect this young boy’s broken heart.

This film is a great and successful (24 awards and 21 nominations worldwide) representation of Queer cinema. Yes, it does have a bittersweet ending and for some, it might be a cliché of another dramatic and sad gay story, but these kinds of stories actually happen. Especially for the younger generation of people trying to find their true self in the world that is not accepting them. Akin’s world is full of cheerful and ‘Coming of Age’ moments, that works perfectly in this movie. With the mix of folk and pop soundtrack vibes and great acting full of chemistry and honesty, this piece is an extraordinary work from the hands of a true artist. Just like the dance, which is so easy to lose yourself, it is equally easy to get lost in the charm and magic of this irresistible story.

Gratulation an den Gewinner Krzysztof für seine schöne Filmkritik! Wer jetzt Lust auf den Film bekommen hat, hier kommt ihr zum Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=fGwXoytT-qg

 

TEDDY AWARD Ceremony-Die Show

Für alle, die am Freitag nicht bei der Preisverleihung dabei sein konnten, deren Stream geruckelt hat, oder die einfach ihre Lieblingsmomente noch einmal sehen wollen: Hier ist für euch die komplette TEDDY-Award Show als YouTube-Video!

Und hier die einzelnen Timestamps:

TEDDY TODAY: Sonntag 1. März

Alle guten Dinge gehen irgendwann zu Ende. Hier sind wir jetzt… am Ende unserer zehntägigen Reise. Wir hoffen, dass ihr euch bereichert fühlt und ihr einige fantastische Filme entdeckt habt, die ihr weiter empfehlen werdet. Für alle Filmliebhaber oder Leute, die gerade die Wunder des Filmuniversums entdecken, sind hier einige letzte Vorführungen für heute.

Nutzt die Gelegenheit, solange es sie noch gibt!R